Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-04-01 · Heft 4 (1.4.1897) · p. Seite 93

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 4 (1.4.1897)
Date
1897-04-01
Page
Seite 93 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2969669-2969837-2969842--5060-2974346
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

93 r *S < nf'H *-7 (WV?^ jaht demnach die Frage, ob die Militärpflicht ftir sie auch auf jene Landesteile ausgedehnt werden solle, wo die Juden bis dahin ausgeschlossen waren. Zu wünschen wäre, daß den Juden endlich die verdiente Militärcarriere ebenso im Frieden wie im Kriege offen bliebe und man sollte Unterscheidungen fortfallen lassen, die keine Begründung haben. Wenn die Erfüllung der Pflicht zum Maßstabe werden wird, dann werden veraltete Anschauungen fallen, die man leider noch widerlegen muß. — Geschichte der Juden in Kreinsier mit Rücksicht auf die Nachbargemeinden. Nach Original-Urkunden dargestellt von Rab. Dr. Ad. Frankl-Grün. I. Teil. (1322—1849) Breslau, Schlesische Buchdruckerei, Kunst- und Verlagsanstalt von S. Schottlaender 1896. Die älteste Urkunde über die Juden iin Kremsier datirt aus dem Jahre 1322, obzwar schon 1318 mitgeteilt wird, daß die Juden dafür daß sie die Feinde der Kirche besiegen halfen aus der Vorstadt in die Stadt ziehen durften. Man nimmt im allgemeinen an, daß die Vorstadt (Oskol) der erste den Juden zugewiesene Wohnsitz war. Der Grund zur Synagoge, die noch heute besteht, wurde von Jakob Richels am Donnerstag 28. Juli 1661 geschenkt. Der Bau der ersten Synagoge dürfte in den Beginn des 15. Jahrhunderts zu setzen sein. Ein Tempelvorhang stammt aus (18. Mai) 1425. Auch der Beerdigungsplatz weist auf den Beginn des 15. Jahrhunderts hin und wurden Grabsteine aus dem Jahre 1535 aufgefunden. Einen großen Einfluß übten die Bischöfe auf die jüdische Gemeinde aus. Bischof Carl II. hob die Verhängung eines Bannes auf und verbot eine solche 1701. 1710 wurden Rabbiner abgesetzt. Cardinal Schrattenbach befahl dem Vorsteher Bert Ries einem Mitgliede beim Aufrufen zur Thora den Ehrentitel „Chaber" zu entziehen. Cardinal Somcrau sandte seine Offiziere in die Synagoge mit dem Aufträge, der Rabbiner (Gläser) müsse seine Predigten in deutscher Sprache halten, was wohl nach ultra. posse nemo obligatur nicht gut möglich gewesen sein wird. Wir erinnern uns noch des Leichenbegängnisses dieses Rabbiners an dessen Bahre die Herren Rabbiner Jacob Brüll-Kojetein, Salomon Quetisch-Leipnik, und Feilbogen-Holleschau Leichenreden hielten. S. 77—95 werden die Rabbiner in ihrer Reihenfolge aufgezählt, darunter hervorragende Gelehrte und Schriftsteller, von denen besonders Menachem Mendel Krochmal als der bedeutendste hervorragt. Unter 29 Rabbinern wird auch der Rabbinatssubsistut Elias Eger genannt, ein uns persönlich durch sein mildes, liebevolles Wesen unvergeßlicher Mann, der sein Haus der Schule testirte und dessen Frau Scheindel 4000 fl. ö. W. für den Tempelfonds spendete. Seite 99—107 wird der Einfall der Schweden behandelt. Tortenson rückte mit 16000 Mann vor Kremsier, dessen Bürger den heftigen Angriff der Feinde abwehrten. Der Tempel wurde verbrannt und die Thorarollen, die Frommen getötet, die Frauen geschändet. Indem wir auf den reichen Inhalt des gediegenen Werkes, durch das sich Herr Dr. Frankl-Grün als ein tiichtiger Forscher zeigt, Hinweisen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.