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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-04-01 · Heft 4 (1.4.1897) · p. Seite 92

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 4 (1.4.1897)
Date
1897-04-01
Page
Seite 92 (sequence 20)
Language
German
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92 sungen. Dies geschah auf ausdrückliches Verlangen des Verstorbenen, welcher es seinen Hinterbliebenen an's Herz gelegt hatte, diesen Wunsch zu erfüllen. Rabbi Israel Ahman hat sein Amt ununterbrochen durch 80 Jahre innegehabt. — In Verth (Westaustralien), wurde der Grundstein zu einer Synagoge in höchst feierlicher Weise gelegt. Rabbiner Koas aus Adelaide hielt die Einweihungsrede; der Oberrichter präsidirte. MeseraLe und Mitteilungen. Das Comite zur Abwehr antisemitischer Angriffe in Berlin hat unter dem Titel „Die Inden als Soldaten" eine Schrift des Herrn Dr. P. Nathan veröffentlicht, die sich würdig einer früheren „Die Kriminalität der Juden" anreiht. Auf Grund statistischen Materials, das schwer zu beschaffen war und darum noch nicht einmal vollständig ist, werden die antisemitischen Unwahrheiten in Bezug auf Brauchbarkeit und Tüchtigkeit der Juden im Heere schon auf's klarste widerlegt und nachgewiesen, daß sie ebenso tüchtig wie ihre Kameraden sich erwiesen haben. Die zusammengetragenen Daten beziehen sich nicht nur auf Deutschland, sondern auch auf Österreich, Italien, England, Frankreich, Rußland, Holland, Bulgarien und Anierika. Unter den jüdischen Freiheitskriegern hat sich auch ein weiblicher Kriegsheld Louise Grafenuis, aus Hanau gebürtig, befunden, deren eigentlicher Name Esther Manuel war. Sie machte als Mann verkleidet die Feldzüge 1813 und 1814 mit. Aus dem Jahre 1866 werden 1025 und aus dem Jahre 1870— 1871 5000 jüdische Krieger erwähnt. Die Ergebnisse dieser Studien sind für die Juden sehr rühmlich. In Österreich gab es schon 1855 58 jüdische Berufsvffiziere, 1894 gab es im selben Staate von 26 897 Offizieren 2179 jüdischen Glaubens. In Italien und Frankreich haben jüdische Offiziere auch die höchsten Chargen erreicht. Von Frankreich sind zu erwähnen Divisionsgeiierale wie Säe, Alv. Levy, Brigadengenerale wie Lambert, Abr. Levy, Hustin, Aron Wolf u. A. 1893 waren in England 62 jüdische Offiziere bekannt, während nach dem Bevölkerungsverhältnisse nur 26 sein sollten. Wichtiger als die Zahl der Juden sind die Zeugnisse über ihr Verhalten im Militärdienste und in« Kriege. In erster Reihe steht hier eine Denkschrift des preußischen Ministers des Innern über die Ausdehnung der Militärpflicht auf die Juden vom Jahre 1847. Der Minister kommt auf Grund der Berichte der einzelnen Generalkommandos zu dem Ergebnis, „daß die Juden des preußischen Heeres von den Soldaten der christlichen Bevölkerung im Allgemeinen nicht erkennbar unterschieden sind, daß sie im Kriege gleich den übrigen Preußen sich bewährt, im Frieden den übrigen Truppen nicht nachgestanden haben, daß ferner insbesondere die jüdischen Religionsverhältnisse nirgends als ein Hindernis beim Kriegsdienste hervorgetreten sind, und be-

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