Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1897)
- Date
- 1897-04-01
- Page
- Seite 91 (sequence 19)
- Language
- German
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91 ' * * 1 sassin Julianna Worih vom röm-katholischen zum jüdischen Glauben überzutreten. — Im Dorfe Uazser; (Liptoer Com.) wurde der jüdische Anwohner Josef Kirr; zum Gemeinderichter gewählt. Benierkenswert ist, daß diese Gegend von der klerikalen Volkspartei am meisten unterwühlt wurde. — In Homona wurde Herr Dr. E. Woskovih zum Bürgermeister gewählt. — Die Societe des Etudes Juives hat in ihrer jüngsten Generalversammlung Herrn Maurice Wernes, einen Christen, zu ihrem ersten Präsidenten erwählt. — Durch den plötzlichen und unerwarteten Tod des Sir Benjanrin Ward Kichardson verlor London einen ausgezeichneten Arzt und einen Gelehrten ersten Ranges. Nur ein Mann, der tiefe Sympathie für die Juden empfand, konnte ein Werk schreiben, wie Dr. Richardson's „Der Sternensohn" (The Son of a Star), welches 1888 erschien. Der Autor verrüth darin eine seltene Kenntnis der jüdischen Geschichte und Litteratur des zweiten Jahrhunderts. „Der Sternensohn" basirt auf dem heroischen Leben und tragischen Ende Bar Kochba's. Die letzten Monate über beschäftigte er sich eifrig mit dem Entwurf einer Geschichte, welche den „großen Maimonides", wie er ihn stets nannte, zum Helden haben sollte. — In dem jüngst in London gestorbenen Sir Isaak Ditman, geboren 4. Januar 1813 zu Trowbridge, verliert England nicht nur den Begründer des verbreiteten englischen Stenographiesystems, sondern auch den Reformator der englischen Orthographie. Pitman war von Haus aus Handlungsgehülfe und bildete sich durch eifriges Lesen der englischen Klassiker. Nach einer kurzen Schnllehrerthätigkeit trat er in seinem 25. Lebensjahr 1837, mit dem von ihm erfundenen phonetischen Stenographiesystem vor die Öffentlichkeit. Er nannte es „Stenographie soundhand" dann „Phoneticshort-hand" und „Phonography" (Lautschrift). In Bath hat Pitmall 1851 ein „Phonetic-Institute" mit Unterrichts-, Druck- und Verlagsanstalt, begründet. Sein - System fand 1837 in Australien, 1844 in Nordamerika und Kanada Eingang. Sein „Phonetie-Journal" erscheint als Wochenblatt mit einer Auflage von 24000. Die Königin verlieh vor einigen Jahren dem einstigen Handlungsgehilfen und Volksschullehrer die Ritterwürde. — Dr. Georg Krandrs iu Kopenhagen ist zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. — Herr Medizinalrat Dr. Dembo in St. Petersburg wurde vom Kaiser zum Staatsrat ernannt. — Im Alter von 75 Jahren ist in Kaltimore Herr Prof. Salomon Deutsch gestorben. Ein Sproß der bekannten oberschlesischen Gelehrtenfainilie, kam er nach Absolvierung seiner Universitätsstudien in Breslau und Äöttingen im Jahre 1857 nach Amerika und bekleidete nacheinander den Rabbinatsposten in Philadelphia, Syracuse und Hartford. Vor etwa 15 Jahren gab er seiner Gesinnung wegen, sein Amt auf und lebte von da an nur noch seinen orientalischen Studien. — Am 12. Dezember starb im Alter von 100 Jahren der Rabbiner von Kiserta, Rabbi Israel Ahman. Eine ungeheure Menschenmenge folgte feinem Sarge. Eigentümlicherweise' wurden an seinem Grabe nicht die üblichen Totengesänge, sondern fröhliche Lieder ge-