Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1897)
- Date
- 1897-04-01
- Page
- Seite 90 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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90 trt Wien Herr Kitter v. Gutmann erhält viele namhafte Geldspenden besonders von christlicher Seite für diese Anstalt, welcher die antisemitische Majorität des Landtages die Subvention von 200 fl. verweigert hat. — Die Mediziner Hirzegger, Heinrich und Karl Hager aus Siebenbürgen wurden vom Apellgericht in Graz, nachdem die erste Instanz sie freigesprochen, zu 80 und 50 Gulden oder 8 und 5 Tagen Arrestes verurteilt, weil sie den Ferdinand Ritter von Arlt als „Judenstämmling" aus dem Ballkomitee ausgeschlossen und für nicht satisfaktionsfähig erklärten. Arlts mütterlicher Großvater war der Jude Ritter von Königsberg, Besitzer des Roten Adler-Ordens, des Ordens der Eisernen Krone und persönlicher Anerkennungsschreiben Kaiser Wilhelms I. In der Urteilsbegründung erkannte der Apellhof die Absicht der Beleidigung als vorhanden. — Der Nestor der ungarischen Rabbinen Herr H. Taiuieribanm, Rabbiner zu Mezö-Csath im Borsoder Comitat ist gestorben. Der Verblichene, der ein Alter von 72 Jahren erreichte, zählte zu den talmudischen Koryphäen der Gegenwart. — Im Seminar zu Kndapest fand die feierliche Promotion der Herren Dr. M. Lichtmann, Dr. G. Schwarz, Dr. M. Weiß und Dr. I. Welleß zu Rabbinern statt. — In Wien starb der Schrifsteller Abraham Kohen Kaplan Er übertrug einige Bände von Grätz Geschichte der Juden in die hebräische Sprache. Seine letzte Arbeit war die Dichtung „Chaim Umowes" Leben und Tod, ein Loblied znm 70. Geburtstage und ein Klagelied über den Tod des unvergeßlichen Dr. Adolf Jellinek — Aus. B. Almas schreibt uns Herr Ignatz Spitzer: Der ungarische israelitische Lehrerverein feierte am 9. Januar das 70. Geburtsfest eines seiner ältesten gründenden Mitglieder des berühmten Pädagogen Abraham Lederer. Au den greisen Jubilar wurden während der Festsitzung von vielen Abordnungen hauptstädtischer Vereine Gratulations-Ansprachen gehalten. Lederer war vor 40 Jahren bei Creirung der ungarischen israelitischen Lehrerpräparandie der Hauptfaktor und leitete die Anstalt in musterhafter, patriotischer Weise 35 Jahre lang. Er ist der erste pädagogische Schriftsteller Ungarns. Der größte Teil der jüdischen Lehrer Ungarns waren seine Schüler. — Einen herben Verlust hat die ungarische Judenheit zu verzeichnen. Am 6. Februar verschied in Budapest der Großgrundbesitzer David Hischih de Heves im 84. Lebensjahre. Er war der Gatte und mildthätiger Ratgeber, der ihrer Wohlthätigkeit halber weitberühmten edlen Dame Frau Johanna Bischitz. Unter sehr reger Teilnahme von Trauernden fand seine Beerdigung am 8. Februar statt. — Der junge gelehrte Rabbiner aus Kaschau Herr Dr. Simon Händler wurde nach Lugos berufen. — Der Ueupester israelitische Frauenverein beschloß ein jüdisches Mädchenwaisenhaus zu gründen. Die Sammlung ergab bisher ein Kapital von 20 000 fl. — Der reiche Grundbesitzer Gerfon Iflo in Gyoma (Ungarn) ist vom evangelischen Glauben zum Judentume übergetreten, um die Erwählte seines Herzens das jüdische Mädchen Rozalie Forkas zum Traualtäre führen zu können. Dieselben Motive bewogen die Szabadkaer In-