Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-03-01 · Heft 3 (1.3.1897) · p. Seite 66

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 3 (1.3.1897)
Date
1897-03-01
Page
Seite 66 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2969669-2969837-2969841--5032-2974317
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

nicht viel zu spaßen! Die haben noch immer ihren alten Gott!"-Ob die Deutschkreuzer seitdem wieder Lust verspürten, bei hochgradiger Faschingslaune „Zu Meß-Mizwa" zu spielen, darüber schweigt die Geschichte. Jedenfalls blieb der Eindruck dieses Vorfalles ein sehr nachhaltiger, von dem noch in neuerer Zeit erzählt wurde. Wonalsschau. In Kerlin ist nach sorgfältigen Erwägungen und Beratungen die von dem letzten Gemeindetage beschlossene Petition an den preußischen Kultusminister abgegangen, und zwar mit den Unterschriften sämmtlicher preußischer Mitglieder (mit einer einzigen Ausnahme) des Ausschusses und der Lehrabteilung des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes. Die Petition fordert erstens die Einführung des jüdischen Religionsunterrichtes an jeder preußischen Schule, sobald eine angemessene Anzahl jüdischer Schüler an ihr vorhanden ist, und zweitens, daß dieser Unterricht für alle diejenigen Schüler obligatorisch sei, deren Eltern oder Erzieher für sie nicht einen anderweitigen angemessenen Religionsunterricht Nachweisen wollen und können. — Die theologische Fakultät der Berliner Universität hat aus der Dr. Paul Sultze-Stiftung folgenden Preis gestellt: „Die alttestainentlichen Stellen in denen von dem „Tage Jahwes" die Rede ist, sollen gesammelt, exegetisch erläutert und zu einer Darstellung der Geschichte des Begriffs verarbeitet werden" — Im Verlage von I. Kauffmann in Frankfurt a. W. erscheint demnächst: Kurzgefaßtes aramäisch-neuhebrüisches Wörterbuch für Targum, Talmud und Midrasch mit berichtigter Vocalisation der targumischen Wörter nach südarabischer Handschrift herausgegeben von Professor Dr. H. Dalman. Mit einem ausführlichen Lexikon der Abbreviaturen. — In Karmen wurde eine Synagoge eingeweiht. Der schöne Bau, von Baumeister Levi aus Karlsruhe entworfen, gewährt sowohl in seiner inneren stilvollen Ausstattung, sowie von seiner schonen Frontseite aus betrachtet, einen erhebenden Anblick. — Der Todestag Moses Mendelssohns (5. Schebat) wird in seiner Vaterstadt Dessau seit einer Reihe von Jahren in üblicher Weise gefeiert. Auf Anregung des Herrn Hofzahnarztes Hirschfeld, Vorsteher der Gesellschaft der Barmherzigen Brüder, stifteten die Nachkommen Mendelssohns ein größeres Legat, dessen Zinsen jährlich am Sterbetage an Bedürftige verteilt werden. — Im Litteraturverein in Hamburg gab Herr Dr. Leimdörfer unter großem Beifall die erste Anregung zur Errichtung eines Denkmals für Ludwig August Frankl, dem deutschen Dichter aus Österreich. — In bent Crematorium in Heidelberg wurden im vorigen Jahre insgesammt 93 Leichen verbrannt, davon 18 katholische, 6 altkatholische, 3 israelitische, die übrigen evangelische. — Der Oberlehrer am jüdischen Lehrerseminar in Hannover, Herr Emil Speyer, wurde beim Überschreiten des Fahrdammes von einem in voller Fahrt daherbrausenden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.