Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1897)
- Date
- 1897-03-01
- Page
- Seite 55 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 55 — durch seine Schriften: Die Bedeutung der Juden für Erhaltung und Wiederbelebung der Wissenschaften im Mittelalter und durch seine Romantik des jüdischen Martyriums, aus welchem die Sätze hervorgehoben zu werden verdienen: „Man fühlt, welcher Gedanke mir die Feder in die Hand gegeben, nämlich der Wunsch wenigstens den Anfang zu machen um einen Teil des unsäglichen Unrechts, welches die Christen an den Juden begangen haben wieder gut zu machen und ferner: die Juden sind und bleiben das merkwürdigste Volk und wenn man sich auf die Syinbolik einer Vorsehung einlassen will darf man sie wohl das „erwählte Volk Gottes" nennen. Wir schließen dieses unser etwas ausführlich gewordenes Referat unter Hinweis auf die Bedeutung und Leistung von Hermann L. Strack und August Wünsche Prof, einer höheren Töchterschule in Dresden, der durch seine „Bibliotheca rabbinica" sich ein großes Verdienst um die jüdische Wissenschaft erworben, auf Prof. Stade, der in seiner Geschichte Israels schreibt: Es ist Israel ohne Zweifel auf dem Gebiete der Religion viel epochemachender, einzigartiger, gewaltiger aufgetreten als auf dem Gebiete des Staates, die Römer, auf dem Gebiete der Kunst und Philosophie die Griechen, unser heutiges Denken und Fühlen, nuser Thun und Treiben ist bei weitem mehr beeinflußt von den. Gedanken- und Gefühlswelt, welche Israel erzeugt als von Rom und Griechenland. Unsere gesammte heutige Cultur ist tief durchsättigt mit Richtungen und Trieben israelitischer Herkunft. Znm Schluß sei hier noch auf Carl H. Cornill hingewiesen, der durch seine in Frankfurt a. M. gehaltenen Vorträge über „Israelitischer Prophetismus", die er veröffentlichte im guten Gedenke» steht und dessen Schlußworte weit hinaustönen mögen zur Ehre und zum Ruhme Israels: Die Geschichte der gesammten Menschheit hat nichts hervorgebracht was sich auch nur entfernt mit dem israelitischen Prophetismus vergleichen ließe: durch seinen Prophetismus ist Israel der Prophet der Menschheit geworden. Möchte doch das niemals übersehen und vergessen werden: Das Köstlichste und Edelste was die Menschheit besitzt, sie verdankt es Israel und dem israelitischen Prophetismus. Der Untergang von Sodom und Gomorrha?) Von Dr. Karl Diener. Das Tote Meer ist einer der merkwürdigsten Binnenseen der Erde. Es bezeichnet die tiefste Stelle der Jordanspalte, dieser furchtbarsten Schramme in dem Antlitz unseres Planeten. Seine Oberfläche liegt 394 Meter und sein Boden nahezu 800 Meter unter dem Spiegel des Mittelländischen Meeres. Es entspricht, in Übereinstimmung mit der Jordanspalte selbst, einem grabenartig gesenkten Streifen der Erdrinde, der an einem System meridional streichender Verwerfungen ) Nach einem in der k. k. geographische» Gesellschaft in Wien am 12. Januar 1897 gehaltenen Vortrag-