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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-03-01 · Heft 3 (1.3.1897) · p. Seite 54

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 3 (1.3.1897)
Date
1897-03-01
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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— 54 — tum erblickte und Johann Christoph Wagenseil, Professor in Mors, der „Feurige Pfeile des Satans" telaignae 8atanas geschrieben. Bekannter als die genannten ist Johann Andreas Eisenmenger, Professor in Heidelberg durch sein „Entdecktes Judentum". Dieses Buch ist allen Judenfeinden heute noch die Rüstkammer aus der sie ihre vergifteten Pfeife gegen die Juden holen, denen Eisenmenger antisemitischer Papst und sein Werk antisemitische Bibel geworden. Zu erwähnen wären noch Vitringa, Seiden, Edzard in Hamburg, der talmudische Tractate in's Deutsche übersetzte, Samuel Bocharoth, der eine Geographie Palästinas schrieb, in der er auch über Thiere und Pflanzen berichtete und Reland. Über Karäer schrieb gründlich Jacob Frigland, über Kabbalah Knorr von Rosenroth in Sulzbach (Bayern) und der Engländer Heinrich Morus. In den Strudel der Mystik wurde Baron Franz Mercur von Helmont und der Philosoph Leibnitz hineingerissen. I. Fr. Buddeus beschäftigte sich mit Religionsphilosophie, König Karl von Schweden interessirte sich für die Karaeer, Fürst Christian August von der Pfalz-Sulzbach hat großes Interesse für die jüdische Litteratur an den Tag gelegt. In ähnlicher Weise wirkten Christian Theophil Unger, Gabriel Grodek, I. G. Menschen, Heinrich I. von Vashusen, Andreas Wachner, Blasio Ugolino. Diese Forscher alle überragt Rector Johann Christian Wolf (gest. 1739). Sein Werk „Libliotbeea rabbinica" worin er die berühmte Oppenheimerische Bibliothek in Hannover benutzte, bildet ein Denkmal erstaunlichen Fleißes. Johann Jacob Schudt entwirft in seinen jüdischen Merkwürdigkeiten ein fesselndes Bild von der Geschichte der Juden im Mittelalter und giebt eine Chronik der Juden in Frankfurt a. M. Der erste christliche Geschichtsschreiber des nachbiblischen Judentums war ein Franzose und protestantischer Geistlicher, Jacob Basnage, der eine „Histoire cle religion des juifs" schrieb, Richard Sinion ein katholischer Geistlicher hatte den Mut auszusprechen, daß das Christentum sich in Inhalt und Form vollständig nach dem Judentum gebildet habe und ihm wieder ähnlich werden müsse. Aus der letzten Zeit sind Gesenius, Michaelis, Hartmann (altes und neues Trstainent in ihren Beziehungen), Hitzig. Reuß, Kuenen, De Wette, Strauß (Leben Jesu) Ewald, Bleeck, Wellhausen, Merx, Siegfried, Kautsch zu erwähneil und ist ganz besonders Franz Delitzsch (geb. 23. Februar 1813 zu Leipzig) hervorzuheben. Sein Erstlingswerk: „Geschichte der jüdischen Poesie" erschloß der christlichen Welt ein bis dahin völlig unbekanntes Litkeraturgebiet. In der Einleitung zu diesem Werke schreibt er: Niemand vermag zu leugnen, daß das jüdische Volk das denkwürdigste aller Völker ist, daß seine Geschichte und Litteratur die vorzüglichste Beachtung verdient. Bedeutendes leistete Renan mit seinem Leben Jesu zur Verherrlichung der jüdischen Wissenschaft, er schreibt mit der Begeisterung, die aus dein Satze stammt, den er selbst ausgesprochen: Die Geschichte des jüdischen Volkes ist eine der schönsten, die existieren und ich bedauere es wahrlich nicht ihr die Arbeit meines Lebens gewidmet zu haben. Bedeutend eingewirkt auf Gebildete hat der Botaniker M. I. Schleiden

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