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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-03-01 · Heft 3 (1.3.1897) · p. Seite 51

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 3 (1.3.1897)
Date
1897-03-01
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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ff '-'•.r-s? —.- ' - ' -,- *•* Tw r> -- - . «, '^t, * -t*. . -,, . - 51 - großen Lehrinstitnten errichtet wurden, haben jüdische Gemeinden oft in kleinsten Städten ihre Lehrhäuser mit öffentlichen Jedermann zugänglichen Bibliotheken besessen. Wie sticht davon ab die traurige Gleichgültigkeit in Bezug auf die jüdische Wissenschaft in der Gegenwart? Allerorten erheben sich neue Synagogen, Prachtbauten werden aufgeführt aber der Grundstein fehlt. Viel geschieht für die Juden, soviel wie nichts für das Judentum. Wir besitzen Häuser für Kranke, für Sieche, für Alte, aber für das hinsiechende Judentum geschieht nichts, gar nichts. Aber dieselben Schäden, dieselbe Unwissenheit ist auch bei den Frommen im Lande anzutreffen und was Jesaia sprach ist zur Wahrheit geworden: „Unser ganzes Schriftum wurde euch wie ein versiegeltes Buch. Reicht man es dem Bücherkundigen selbst und spricht zu ihm: lies doch, so erwidert er: ich kann's nicht, denn es ist versiegelt." Kalter roher Jndifferentismus und öder Nihilismus entspringen nicht aus religiöser Gleichgültigkeit sondern aus der Unkenntnis unserer Religion und unseres Schrifttums. In den Litteratilrvereinen soll das alte „Beth-ha-Midrasch" seine Auferstehung feiern. Um für diese Ideen zu begeistern, giebt Herr Dr. Hofmann in einem dritten Abschnitt einen Einblick in die jüdische Litteratur selbst, die nicht eine rein theologische ist, sondern in welcher sich. das ganze All spiegelt. Die Inden sind auf allen Gebieten menschlichen Wissens schöpferisch hervorgetreten und die jüdische Litteratur enthält Werke, die sich ans Astronomie, Arithmetik, Geschichte, Geographie, Jurisprudenz, Medizin, Moral, Philosophie, Pädagogik beziehen. Die jüdische Litteratur ist gleich ausgezeichnet, durch bedeutenden Umfang, reichen mannigfachen Inhalt, sie ist eine der ehrwürdigsten, wichtigsten, eigenartigsten und interessantesten der Weltlitteratur. Uni nur bei der Bibel stehen zu bleiben sei hier auf Heinrich Heine hingewiesen, dem Voreingenommenheit für dieselbe keiner zum Vorwurf machen wird. Er schreibt: die Bibel welch' ein Buch, groß und weit wie die Welt, wurzelnd in den Abgründen der Schöpfupg und hinaufprangend in die blauen Geheimnisse des Himmels, Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, Verheißung und Erhaltung, Geburt und Tod das ganze Drama der Menschheit, Alles ist in diesem Buche, es ist das Buch Gottes. Die Perle im Diadem der sittlich religiösen Gebote. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" verdankt die Welt den Juden (Lev. 19, 18). So hat schon der verstorbene englische Naturforscher Thomas Huxley auch den Einfluß der Bibel auf die Freiheit, welche die Grundlage aller Kultur hingewiesen wenn er schreibt: durch die ganze Geschichte der westlichen Welt, war das jüdische Schrifttum die nlächtigste Ursache der Auflehnung gegen die mächtigsten Formen des Despotismus, die Bibel war die magna Lirarta der Armen und Unterdrückten. Bis auf die Gegenwart hatte kein Staat eine Verfassung, in welcher den Interessen des Volkes so ausgiebig Rechnung getragen wird, in welchen die Pflichten der Herrscher gegenüber ihren Rechten so nachdrücklich betont werden als es in der für Israel entworfenen Ber?

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