Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-02-01 · Heft 2 (1.2.1897) · p. Seite 34

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 2 (1.2.1897)
Date
1897-02-01
Page
Seite 34 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2969669-2969837-2969840--4999-2974283
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

TT- ^■'-, "*..~’T,**Cmvit*99#,/lV — .14 — asketische Beschränkungen in seiner Lebensweise auf; so enthielt er sich z. B., außer an Sabbathen und Festtagen des Wein- und Fleischgenusses. Als damals palästinensische Abgesandte nach Amsterdam kamen, um für die Armen des heiligen Landes Gabeil zu sammeln, und ihm vorstellten, daß er in Palästina die beste Ausbildung genießen könnte, reifte in ihm der Plan, dahin überzusiedeln und er verkaufte, um sich die Reise zu ermöglichen, einen Teil, seiner Habe. Da traten an ihn einige angesehene Männer, unter ihnen Rabbi Saul, der Sohn des obgenannten Rabbi Löb Lewenstam, der seinem Vater als Oberrabbiner gefolgt war, an ihn "heran, baten ihn zu bleiben und übertrugen ihm das Amt eines Lehrers am Beth hamidrasch (Lehrhaus) „Ez hachajim“, nnd als Rabbi Saul 1790 starb und die Gemeinde drei Jahre lang ohne geistliches Oberhaupt blieb, verwaltete Rabbi Isaak als Rabbinatsassessor (Dajan) die Geschäfte eines solchen zum Segen der Gemeinde. Gar viele bedeutende Männer, wie sein ehemaliger Meister und Lehrer R. Meir Gaus, A. Schnitzelaar nnd Jakob Hartang waren seine Kollegen resp. Schüler in jener Zeit. Als im Jahre 1797 unter denr Namen „Adath Jeschurun" eine neue Gemeinde, an deren Spitze Männer wie Bromet, Ban Emden, Asser, Holländer, Metz, Littawk, De Lima u. A. standen, gegründet wurde, wählte man Rabbi Jizchak zum Oberrabbiner (Opper-Rabbijn), ein Amt, das er bis zu seinem am 10. März 1807]) erfolgten Tode in der schönsten Weise verwaltete. Eine große, ehrenvolle Grabschrift uub eine auf seinen Tod von Rabbi David Friedrichsfeld gedichtete Elegie bezeugen seine Bedeutung, Ehrlichkeit, Uneigennützigkeit und in jeder Hinsicht edle Gesinnung, sodaß die Bemerkung Jost's (Geschichte des Judentums und seiner Sekten, HI., 324), daß die gen. Männer mit einem „unwissenden Christensohn als Rabbiner an der Spitze eine neue Gemeinde bildeten" in zwiefacher Hinsicht hinfällig ist. Von ihm ist auch eine nach den Grundsätzen Thorah, Abvdah, (Gottesdienst) und Gemiluth Chasodim (Wohlthätigkeit und Menschenliebe) geordnete Schrift „8era Jizchak“ 1786 zum Druck gekommen, wie er auch bei zwei Gelegenheiten hebräische Hymnen dichtete. Da die Gemeinde, deren geistliches Oberhaupt er wurde, im Rllfe einer Reformgemeinde (im damaligen Sinne) stand und R. Jizchak von seinen Gegnern mit verketzert wurde, verfaßte sein Sohn Rabbi Israel (gest. am 24. September 1843) eine Schrift „Meliz joseher“ zur Rechtfertigung der Thätigkeit seines verstorbenen Vaters. y Bei Lewysohn irrtümlich I I. März.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.