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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-02-01 · Heft 2 (1.2.1897) · p. Seite 32

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 2 (1.2.1897)
Date
1897-02-01
Page
Seite 32 (sequence 8)
Language
German
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32 Religion so gering, und weshalb äußerst Du Dich so maßlosabfällig über dieselbe? Ist sie nicht die erste, in der sich Gott der Menschheit offenbarte, und ist sie nicht in altheiligen Schriften medergelegt und begründet? Und sind nicht die später entstandenen Religiousanschannngen nur aus ihr hervorgegangen? Kann man aber einen Acker bestellen und das Samenkorn zur Reife bringen, wenn man den Boden ständig umwühlt?" Als nun der Geistliche entgegnete, daß ja die Juden selbst den Bund Gottes preisgegebeil und Gott einen neuen mit der Menschheit geschlossen während die Spuren des alten sich immer mehr verwischten, da erwiederte Granboin: „Wenn Du auch Recht hattest, daß Israel den Bund mit Gott verlassen, hat da auch Gott ihn aufgegeben? Ändert überhaupt der allmächtige Gott, wie ein Mensch, seine Gedanken? Und weißt Du nicht, daß Christus selber offen erklärt hat, daß er nicht gekommen, uin zu lösen oder anch nur das Geringste von dem zn ändern, was der ewige Vött gesprochen? Und jener war doch nur ein Menschensohn, der nach jüdischem Gesetze lebte und starb. Warum weichst Du also von seinen Wegen ab und verspottest diese alte und heilige Religion?" Da nun der Geistliche betroffen die Antwort schuldig blieb, erklärte Graubom vor allen Anwesenden, daß er die Absicht habe, anszuwandern und zum Judentum überzutreten. Doch die Sache ging nicht so leicht. Als er bei der Regierung um die Erlaubnis nachsuchte, Schweden verlassen zu dürfen, und sich einen Entlassungspaß erbat, wurde er abschlägig beschieden. Aber sein ältester Sohn, der eine Offiziersstelle im königlichen Heere bekleidete, erwirkte dem Vater schließlich von König Friedrich I. (1720—1751) noch zwei Jahren (1749) das Gewünschte, und nun sandte Granbom seinen zweiten Sohn, welcher Arzt war, nach Kopenhagen, wo viele Juden wohnten oder von außerhalb hinkamen, um bei ihnen über die beste Art und Richtung seiner Auswanderung zwecks Ausführung seines weiteren Vorhabens eingehende Erkundigungen einzuziehen. Im Hause des Elias Nijmegen traf der Sohn einen Amsterdamer Großkanfmann, namens Elias Abraham Daniels, welcher ihm von dem angenehmen, in freiheitlicher Hinsicht herrlichen Leben der Juden in Holland erzählte, denen die Regierung allp bürgerlichen Rechte neben ungeschmälerter Religionsfreiheit eingeränmt hätte. Als Granbom diese Mitteilungen erfuhr, verließ er 1749 im Alter von 69 Jahren mit seiner 64jährigen Gattin, seiner jüngsten 14jährigen Tochter und seinem jüngsten, 12 Jahre alten Sohne, Schweden und traf mit ihnen wohlbehalten in A m st e r d a in ein. Bald nach seiner Ankunft begab sich Granbom zu dem damaligen Gemeindevorsteher Elias de Lima, dem er alle seine Erlebnisse erzählte und sein Anliegen vortrug, in's Judentum aufgenommen zu werden. Lima aber riet nach der Anweisung der talmndischen Weisen von diesem Schritte ab; als aber Granbom tagtäglich zu ihm kam und ihn immer nachdrücklicher bestürmte, ging er mit ihm zu dem damaligen berühmten Amsterdamer Oberrabbiner Arjeh Löb Löwenstam

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