Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1897)
- Date
- 1897-02-01
- Page
- Seite 30 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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'„tv . 7" — 30 — Bemerkungen in's Holländische im Jahrbuche ,M6ohon lla-roäsg" und L. gab sie, nachdem er am 26. Mai 1856 als Oberrabbiner nach Stockholm berufen wurde, nochmals 1866 mit Berichtigungen in hebr. Sprache heraus. Wir kennen den ans einer alten schwedischen Adelsfamilie stammenden Proselyten nur mit seinem, nach seinem Übertritte zum Judentume angenommenen Vornamen Abraham. Granbom wurde 1680, nach dem Tode seines Vaters im einer schwedischen Provinzialstadt geboren als einziges Kind seiner Mutter. Sie verfiel bald nach seiner Geburt in andauernde Kränllichkeit, welche sie veranlaßte, nach Stockholm überzusiedeln, wo ihr Verwandter, der berühmte schwedische General Magnus Stenbock lebte, unter dessen treuer Fürsorge sie ruhige Tage hinbrachte. Ihr Mann hatte sie in recht guten materiellen Verhältnissen zurückgelassen; gleichwohl verließ sie, da sie ihren Tod herannahen fühlte, der ängstigende Gedanke nicht, was aus ihrem bald verwaisten Kinde werden würde. Sie war Lutheranerin, Anhängerin der herrschenden Kirche; abe infolge ihres eifrigen Studiums der Bibel, welche sie in einer landessprachlichen Übersetzung las, hatte sie, obwohl sie noch nie Gelegenheit gehabt haben konnte, mit einem Juden zu konferieren, eine heiße Liebe für die im Alten Testamente fundamentierte, israelitische Religion, gefaßt. Und als sie ihren Tod herannahen fühlte, rief sie, da sie nicht den Mut besaß, mit ihrem Verwandten Stenbock darüber zu reden, ihr Söhnchen an ihr Sterbebett heran und sprach zu ihm: „Mein einziger geliebter Sohn! Du bist noch zu jung, um den Inhalt und die Tragweite meiner Worte zu begreifen; aber ein gutes Kind hört auf die Worte seiner Mutter und versichert ihr wohl, ganz nach ihrem Wunsche zu handeln. Darum bitte ich dich innig: wenn Gott Dir Gesundheit und Leben schenken wird, dann sollst Du mit Umgehung des Neuen Testaments dich eifrigst mit den göttlichen, heiligen Büchern der Bibel beschäftigen, und besonders in den sog. „fünf Büchern Mosis" sollst Du täglich lesen- Willst Du dies thun?" Als der Knabe ihre Frage bejahte, fuhr sie fort: „Schwöre es mir zu!" und das Kind leistete den erbetenen Schwur. Als Frau Granbom gestorben war, nahm sich General Stenbock des fünfjährigen Knaben aufs wärmste an und erzog ihn mit rührender, väterlicher Fürsorge; seine Dienerschaft durfte ihn, da er ihn adoptierte, nur Stenbock nennen, und als einmal der Knabe aus der Schule heimkehrte und seinem Oheim thränenden Auges erzählte, daß ihn seine Mitschüler stets Granbom zu nennen pflegten, sandte ihn Stenbock in eine andere Schule. Mit 14 Jahren bezog der junge Granbom die Universität, um sich in zweijährigem Studium nach dem Wunsche seines Adoptiv-Vaters für den königlichen Civildieust vorzubereiten. Da trat ein Umschwung in den Verhältnissen ein. Stenbock zog mit seinem König Karl XI. (1697—1718) nach Deutschland und geriet schließlich in Schleswig- Holstein in die Gefangenschaft des dänischen Königs, wo er 1717 starb. Bon