Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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dem schwarzen Gewölk hervorkämpft. Es ist die oft citirte Stelle ans Paulus erstem Korintherbrief: „Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete und hätte die Liebe nicht, so wär' ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle." Auffallend heftig beginnt die Rede, etwa als wollte sie mit „Ihr Halsstarrigen!" anheben, echt Brahmisch sind die zornig herabspringenden Bässe. Der eifrige, stellenweise zn leichterer Figuration sich belebende Predigerton mildert sich zu sanfter Betrachtung in dem Adagiosatz: „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel" und vergönnt sich sogar zu den Worten: „Die Liebe ist die größte unter ihnen" einen wärmenden melodischen Abschluß. — Meferate und Witteitungen. Im Verlag von Gsrar Leiner in Leipzig ist erschienen: Biblische Frauengestalten. Charakterschilderungen für die reifere weibliche Jugend von K. Iacobsohn niit zwei Holzschnitten nach Zeichnungen von Arthur Lewin. Bekanntlich ist kein Überfluß an guten Schriften vorhanden, die wir der weiblichen reiferer! Jugend in die Hand geben können, gleichsam als Mitgabe für den Lebensweg, wenn sie die Schrrle verlassen. Es läßt sich nicht leugnen, daß durch die vorgeführten Bilder der Zweck des Verfassers, größere Achtung vor der Bibel zu erregen und einen gewissen Ahnenstolz bei den Leserinnen zu erwecken, erreicht werden kan». Der Verfasser hat irr seinem Text die Ansichten hervorragender Bibeleoiumentare und Erzählungen aus dem Midrasch geschickt angebracht. Irr diesem lehrreichen Buche ist auch der Poesie und Kunst eine Stelle eingeräumt. Die Dichtungen stammen zunächst von Nichtjuden wie Emil Rittershaus, Fried. Spielhagen, Caroline Pichler, G. Fr.-Daumer, und. sind sonst von L. A. Frankl und aus Lehmanns „Chanuckah" entnommen. Die herrliche Ausstattung des Buches verdient ganz besonders hervorgehoben zu werden und ist die Anschaffung des Buches sehr zu empfehlen. Im Verlage von Wilhelm Köbuer in Kreslan ist erschienen: Methodik des jüdischen Religionsunterrichtes von Dr. S. Maybaum, Rabbiner. Der Verfasser, der durch seine Thätigkeit an der Lehranstalt für die Wissenschaft der Judentums in Berlin und als Kommissar des Schul- und Talmud-Thora-Vorstandes reiche Erfahrungen auf dem Gebiete des Unterrichtes in der jüdischen Religion gesammelt, bietet uns in diesem Werke, das sich seiner jüdischen Homiletik würdig, anschließt viel Anregendes, das von angehenden und amtirenden Lehrern mit großem' Nutzen verwertet werden kann. In eingehender Weise wird der Lehrstoff: biblische, jüdische Geschichte, Hebräischer und systematischer Religionsunterricht behandelt und ist es besonders die ehrliche Aussprache einer freien Gesinnung, die