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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-01-01 · Heft 1 (1.1.1897) · p. Seite 21

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 1 (1.1.1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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I .!iu MFUWM - 21 — Weater, Wufik und bildende Kunst. Das Kuratorium der Bauernfeld-Preisstiftung in Wien hat beschlossen, Herrn Leo Gbermann für sein Drama „Die Athenerin", sowie Herrn Georg Airschfekd für sein Schauspiel „Die Mütter" je 1000 Gulden zu verleihen. — In Melbourne starb die einst berühmteDpernsängerin Frau Fanny Simonsen. — Der Kultusminister hat die schöne Bronzestatue „Letzte Liebe" (Utolso szerelem) des Bildhauers Josef Koma für das ungarische Museum gekauft. — Der König von Italien hat dem Maler Josef Israels die Insignien eines Commandeurs des italienischen Kronenordens verliehen. — Erhebende künstlerische Genüsse bieten die Concerte, welche Frau Siegrid Krnoldson und Coucertmeister Roderich Kaß in Holland geben. Die berühmte Sängerin trat auch im Frankfurter Opernhause dreimal mit großem Erfolge auf. — Der Componist und Pianist Herr Ignatz Kriill feierte sein 50 Gebitrtsfest. Geboren am 7. November 1846 zu Drößnitz, bildete er sich bei Epstein in Wien zum Klavier-Virtuosen aus und studierte bei Rnffinatscha und Dessoff die Compofitton. Einige Concertreisen — mit der Sängerin Fräulein Magnus, derzeit Frau von Hornbostel in Wien, nnternoinnlen — machten seinen Namen rasch bekannt. Den ersten Componistenerfolg hatte der damals Achtzehnjährige mit einer in Stuttgart aufgeführten Orchester-Serenade zu verzeichnen. 1875 folgte „Das goldene Kreuz", eine seither weltbekannt gewordene reizende Spieloper, die jetzt, nach mehr als zwanzig Jahren noch zu den beliebtesten Repertoirestücken der deutschen und ausländischen Bühnen zählt. Von den weiteren Opern Brüll's hat „Gringoire" (Text von B. Leon) die meiste Beachtung gefunden, während „Die Bettler von Samarkand" (1864), „Der Landfriede" (l 877 nach Bauerufeld's Schauspiel), „Bianca" (1879) „Königin Marietta" (1883), „Das steinerne Herz" (1888 Text von I. V. Widmann, dem feinsinnigen Schweizer Poeten) -mir vorübergehende Erfolge zu verzeichnen hatten. Vor Kurzem wurde eine Oper „Gloria" in Hamburg mit Glück aufgeführt. Als Componist in Clavierstücken und anmutigen Liedern ist Brüll neben seiner in erster Linie dem Theater zugewendeten Vorliebe stets thätig grwesen. Manche dieser meist kurzen Tonpoesien erfreuen sich bedeutender Popularität. In seiner Eigenschaft als Clavierspieler hat man in Wien die meiste Gelegenheit, den „Jubilar" zu bewundern. Bor einigen Jahren hat er mit dem Vortrage einer Clavier-Sonate von Brahms großes Aufsehen erregt und für die Verbreitung des bis dahin von den berufsmäßigen Pianisten fast gemiedenen herrlichen Werkes gleichsam das Eis gebrochen. Er bewies, daß man die Sonate mit gewaltigem äußeren Erfolge spielen kann. Brüll ist als Professor an der Horak'schen Clavierschule seit Jahren augestellt und hat an dieser Stelle Gelegenheit, von seinem reichen Wissen und Können Anderen Mitteilung zu machen. Als lieber, wohlthätiger Mensch erfreut sich Brüll allgemeiner Beliebtheit. Karl Goldmark richtete an den Jubilar folgendes humoristisches Glückwunschschreiben: „Du warst bisher ein lockerer Geselle, voll

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