Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 verletzt die Ehre der Kommilitonen und widerstreitet dem Vaterlandssinn. Mn Beharren auf jenem-Beschlüsse muß zur Trennung „alter" und „aktiver" Burschenschafter führen. Das Ansehen und die Ehre der deutschen Burschenschaften verlangt daher, daß jener Beschluß alsbald beseitigt und die gefährdete Eintracht wieder hergestellt wird durch einmütiges, rückhaltloses Bekennen zu dem Geiste vorurteilsloser Duldsamkeit, welcher immerdar die Zierde und der Stolz der Burschenschafter bleiben muß." — Aus Hon« wird berichtet: Es wird Sie vielleicht die Mitteilung interessieren, daß in sämmtlichen studentischen Verbindungen der Bonner Universität nur ein Jude sich befindet, daß aber in diesem Semester zwei jüdischen Studirenden, nämlich den Herren cand. med. Siegfried Gokdfchmidl aus Hamm i. W., und cand. jur. Arthur Gppenheimer aus M. Gladbach die Ehrengabe des Hohenzollernpreises für hervorragende Leistungen zu Teil geworden ist. — Für eine ganz vortreffliche Arbeit, die in Fachkreisen allgemeine Anerkennung gefunden hat, ist dem Herrn Wilhelm Levison stud. phil. in Bonn, der Preis der Löbellstiftung zuerkannt worden. Von der philosophischen Fakultät ward demselben die Aufgabe gestellt: Das gesammte inschriftliche Material soll zur Lösung der Frage dienen, seit wann und in wie weit amtliche Geburts- und Sterbelisten in den verschiedenen Teilen des römischen Reiches geführt wurden. — Mit dem am 9. Nov. in Herli« verstorbenen Rittmeister a. D. George Heer ist eines der letzten männlichen Mitglieder, der einst so zahlreichen Familie Beer, welcher der Dichter Michael Beer (der Autor des Struensee), der Astronom Wilhelm Beer und der Komponist Meyerbeer angehörten, aus dem Leben geschieden. Nur noch ein Bruder des jekt verstorbenen Herrn George Beer lebt in Paris und ist nunmehr das letzte Mitglied der Familie. — Herr Dr. Hermann Dessau, Privatdozent an der Universität in Derli«, ist zum Professor ernannt worden. — In Burgkundstadt wurde Herr Dr. Goitein, seither in Marienbad, als Distr.-Rabbiner gewählt und in Frankfurt a. d. Oder Herr Dr. Aochfeld, Zögling der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. — In Nordhausen, wo die Wogen des Antisemitismus früher hoch gingen, ist Herr Julius Hach zum Stadtrat gewählt und von der königlichen Regierung als solcher bestätigt worden. — Das königliche Rescript, welches der israelitischen Erziehungsanstalt in Wem auf Grund des eingereichten Statuts vom 6. August die Rechte einer juristischen Person verleiht, ist den: Gründer der Anstalt, Herrn Konsul M. A. Simon, zugestellt worden. Mit 9 Zöglingen im Mai 1893 eröffnet, zählt die Anstalt heute mehr als 60 Schüler und Gärtnerlehrlinge aus allen Teilen Deutschlands und des Auslandes. — In München wurde am 1. November eines der geachtetsten und hervorragendsten Mitglieder der israelitischen Gemeinde und der Bürgerschaft Münchens, Herr Karl Maison unter großen Ehren zu Grabe getragen. — In Anwesenheit der Vertreter von dreißig israelitischen Kultusgemeinden Böhmens eonstituirte sich in Drag der Gemeindebnnd der israelitischen Kultusgemeinden Böhmens