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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-01-01 · Heft 1 (1.1.1897) · p. Seite 14

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 1 (1.1.1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 Sie erzählte darauf den Vorgang und das Mädchen lachte mit — ebenso dann zu Hause die Tischgesellschaft, welche den doppelten Trost hatte, daß sie nun ungestört ihr Mahl fortsetzen konnte, und daß das Hühnchen, welches der verehrte Rabbi kostete, koscher war. Wonalsschau. Man setze den Fall, sagt Friedrich Delbrück in seinen „Ansichten der Gemütswelt" (S. 140 f.) es würde zur Preisaufgabe gemacht ein Volksbuch zu schreiben, woraus, in wie viel Sprachen es auch übertragen würde, ein eigentümlicher Geist spräche; ein Buch, woran die erhabensten Gedanken und die heiligsten Gefühle sich knüpfen ließen; ein Buch, tauglich, den öffentlichen und häuslichen Festen eine höhere Weihe zu geben, indem es Geburt und Tod, Eintritt in die menschliche Gesellschaft und jede Art der Bundeshandlung durch Inschriften schmückte; reich dabei an Wahlsprüchen für jegliches Alter, welche die Freuden des Lebens erhöhen, desselben Leiden und Widerwärtigkeiten zu mildern sich eigneten; unerschöpflich an Stoff zu Gesängen, in welchen die von Andacht durchdrungene Seele, sei es in einsamer Kammer, sei es im Verein mit Gemütsverwandten, himmelan stiege; ein Buch, welches auf eine Art in Umlauf kommen müßte, worin sichere Bürgschaft läge, daß es seine erhebende und tröstende Kraft an Millionen von Jahrhundert zu Jahrhundert zu bewahren nicht aufhören würde. Würde nicht eine solche Aufforderung seltsam, ihr Genüge zu leisten ganz unmöglich sein? Aber ist sie denn nicht gelöst diese Aufgabe, gelöst vor beinahe zwei Jahrtausenden? Von Geschlecht zu Geschlecht hat die Bibel wie eine vertraute Geisterstimme an großen und kleinen Händeln der Welt Anteil gehabt, eingreifend mit Rat und Trost, voll Würde und Herrlichkeit, Fürsten und Bettler einweihend zum Leben und Sterben, jedem Gott ergebenen Gemüt das heiligste Gefäß der heiligsten Gedanken. — Eine Versammlung von „Alten Herren" der deutschen Burschenschaft, die in Gleiwih abgehalten wurde und aus dem Oberschlesischen Jndustriebezirk zahlreich beschickt war, protestirte energisch gegen die Beschlüsse „Aktiver", wonach es erwünscht sei, daß die Burschenschaften fortan keine Juden mehr in den Verband aufnehmen. In einer einstimmig angenommenen Resolution wurde verlangt, daß überall, wo sich Vereinigungen „alter" Burschenschaften befinden, jener Beschluß dieselbe einmütige Mißbilligung und scharfe Zurückweisung erfahre. Weiter heißt es: „Wir weisen den finsteren Geist der Unduldsamkeit, welcher den altgeheiligten Grundsätzender deutschen Burschenschaften Hohn spricht und die Bande inniger Freundschaft unter den Bundesbrüdern verschiedener Konfessionen zu zerreißen sucht, zurück. Dieser Geist mißachtet die Freiheit und Gleichberechtigung aller Bürger,

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