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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-01-01 · Heft 1 (1.1.1897) · p. Seite 12

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 1 (1.1.1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 rechtigkeit und Humanität predigte, mit eben so großer Energie als er später das Haupt seines Königs dem revolutionären Schaffot überantwortete, Malesherbes, welcher durch einen erhabenen Tod, ein Leben voller Tugend, des Lernens und der Entsagung krönte, Malesherbes dankte dem Könige wie für eine Gunstbezeugung, weil er ihn mit der großen Art der Umwandlung, die er zu Gunsten der französischen Israeliten beabsichtigte, beauftragte. Dieser tugendhafte Ratgeber wollte den König da verlassen, als dieser ihn zurückrief und sagte: „Mein Herr Malesherbes, wenn ich Sie bitten darf, schreiben sie dem Intendanten der Provinz, daß er ohne Aufschub den Juden unserer guten Stadt Versailles ein Stück Land übergebe, wo sie ihre Toten begraben können; wenn die Stadt kein freies Gebiet hat, so nehme er es von unserer eignen Domäne und wenn es Not thut, von unserem königlichen Park . . ." tzine kleine chyettogeschichte. Von. L. Stein. Ich kannte in meiner Jugend einen Rabbi, einen Mann von tiefer Gelehrsamkeit, von seltenem Scharfsinn nnd vorzüglichem Charakter, der aber ein non plus ultra von Zerstreutheit war. Man erzählte sich von ihm die merkwürdigsten Dinge. Da er ein starker Raucher war, Zündhölzer aber damals noch nicht im Schwünge waren, so führte er beständig Stahl, Schwamm nnd Feuerstein mit sich, um sich gelegentlich die Pfeife anzuzünden. Da geschah es eines Morgens, daß er Kaffe trank (wobei er, nach alter Gelvohnheit, den Zucker in den Mund zu nehmen pflegte), und siehe da! der Zucker wollte nicht weich werden und keine Süßigkeit von sich geben. Er beklagte sich darüber bei seiner Tochter, welche ihm nach dem Tode seiner Frau die Wirtschaft führte und den romantischen Namen „Rehlein" hatte. „Rehle", sprach der Rabbi, „was ist das? der Zucker will heut' gar nicht weich werden!" — „Lieber Vater", antwortete Rehlein lächelnd, „Du hast ja noch gar keinen Zucker auf dem Tisch!" Das Mädchen hatte ihn vergessen hinzustellen. — Und was kam heraus? Der Rabbi hatte statt des Zuckers den Feuerstein in den Mund genommen und seine Sangmuskeln wacker daran abgearbeitet. Ein ander Mal geschah es, daß er abends kalte Rauchwurst speiste, dabei, wie er beim Essen geivohnt war, in einem hebräischen Buche las, und nun mit einer Wurst spielend, diese unbewußt in die Brusttasche seines Rockes schob. Des Morgens darauf beim Frühstück, wieder studierend, griff er, in Gedanken vertieft, nach der Wurst, und da diese in der Form mit dem sogenannten „Hörnchen", einem beliebten Frühstücksbrote, einige Ähnlichkeit hatte, so war er schon im Begriffe, die

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