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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-01-01 · Heft 1 (1.1.1897) · p. Seite 4

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 1 (1.1.1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 aller Religionslehrer befolgt werden mögen, was auch deren Race «nd Nationalität fei, und daß alle bösen Beispiele und Vorschriften gemieden werden müssen, auch sogar, wenn sie unseres eigenen Glaubens sind. Ich glaube an die Herrschaft von Vernunft über Glaube, von Forschung über Leichtgläubigkeit. Ich glaube an Formen und Zeremonieen, wenn sie die Begleiter von Ehrfurcht und Verehrung sind, wenn sie den Geist zum richtigen Denken erwecken, und in dem Herzen das rechte Gefühl wachrufen, und die Hand bieten das Rechte zu thun. Ich glaube, daß Unwissenheit ein Fluch ist und ausgerottet werden sollte, daß Tyrannei ein Verbrechen ist und entwurzelt werden sollte, daß Fanatismus ein Laster ist und vernichtet werden muß, daß Krieg eine Todsünde ist und abgeschafft werden muß. Wir schließen hieran die Übertrittsformel, die die Centrat-Conferenz der amerikanischen Rabbinen, welche in Rochester (New-Iork) tagte, als Erklärung der Annahme des jüdischen Glaubens festgesetzt haü 1. Ich glaube aufrichtig und fest, daß es einen Gott giebt, der ein einigeinziger ist, der Schöpfer, Erhalter und Regent der Welt. Schema Israel, Adonoi elohenu, adonoi echod (Deut. VI. 4.) 2. Ich glaube, aufrichtig und fest, daß der Mensch im Ebenbilde Gottes geschaffen wurde, unschuldig und rein, begabt mit Vernunft, Gewissen und freiem Willen, fähig zu besiegen die Sünde und der Vollendung nachzustreben. Heilig sollt ihr sein, denn ich, Gott, euer Herr, bin heilig. (Levit XIX. 2.) 3. Ich glaube aufrichtig und fest, daß die Seele des Menschen unsterblich ist, daß Rechtthun Lohn und Gottlosigkeit Strafe nach sich zieht. Dir, o Gott, gehört die Gnade, denn du wirst belohnen jedermann nach seinen Thaten. (Psalm 62, 13.) 4. Ich glaube aufrichtig und fest daran, daß Gott der Vater-aller Menschen ist, und daß alle Menschen Brüder sind. Dies zu verwirklichen ist das Ziel und die Hoffnung, die Mission Israels. Und Gott wird sei» König über die ganze Erde, Gott wird sein eilizig und sein Name wird sein einzig. (Zach. 14, 9.) Spinoza. Von Dr. Georg Brandes. Als eine Welt für sich liegt in einein Winkel der Madt Amsterdam das , von mehr als 20000 Menschen bewohnte Judenviertel, das einen eigenen Charakter dadurch erhält, daß man hier eine jüdische Bevölkerung in allen möglichen Berufsarten thätig sieht: Die Verkäuferinnen auf der Straße, die Gemüsehändlerinnen "aus dem Markte, die Metzgerbursche und Hausknechte so gut wie die Kaufleute

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