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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1897-01-01 · Heft 1 (1.1.1897) · p. Seite 3

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
17 (1897)
Issue
Heft 1 (1.1.1897)
Date
1897-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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— 3 Wekenntnis eines Amerikanischen Wabbiners Herr Dr. Joseph Krauskopf in Philadelphia hat in einem Vortrage Folgendes ausgesprochen: Wenn ich kein Jude bin, was bin ich dann? Wenn Ne Masse unsinniger Gebräuche, veralteter Zeremonieen, barbarischer Sitten, götzendienerischer Übungen, falscher Bekenntnisse, fanatischer Abschließungen, welche für. Millionen Juden als die Essenz des Judentums gelten, von mir zurückgewiesen werden, — und ich weise sie zurück und bin daher auch wegen dieser meiner Anschauungen verschrieen — was bin ich dann? Wem gehöreich an? Welches ist mein Glaube? Welches ist mein Volk? Es ist einfach genug, daß, ehe ich hinaus' gehe um meinen Glauben und mein Volk zu finden, ich wissen muß, nach wem ich mich umzuschauen und was ich zu suchen habe. Ich muß wissen, was ich glaube,, wessen Glaube mein Glaube ist, muß wissen was ich bin, wessen Volk mein Volk ist. Mein Jnilerstes durchforschend nach diesem Glauben, wäre das Folgende ein ehrliches, offenes Bekenntnis: „Ich glaube an die Liebe zum Menschen, au die Liebe zu Gott! Ich glaube an Menschendienst und an Gottesdienst. Ich glaube, daß Arbeit manneswürdig und Pflichtübung göttlich ist. Indem ich. mit Stolz auf meine israelitische Abstammung blicke, — um meiner und der Menschheit Verpflichtung gegen das Judentum — und indem ich bemüht bin, meine historische Identität mit diesem Volke und dessen Glauben zu wahren, glüube ich - doch, daß alle Menschen meine Brüder sind und daß mein Gott der Gott der Menschheit ist. Ich glaube daran, die Hand der religiösen Gemeinschaft all denen zu reichen, welche den gleichen Glauben mit mir haben, unbeschadet ihrer Abstammung oder ihres früheren Glaubens, die Hand sozialer Gemeinschaft all denen zu reichen, die denken, wie ich denke, die handeln, wie ich handle, mag ihr Glaube oder ihre Stellung sein, welche sie wolle. Ich glaube daran, so zu thun, wie ich erwarte von-anderen, daß sie mir gegenüber thun. Ich glaube an den Gehorsam gegen die Gesetze Gottes, wie sie mir in's Herz geschrieben sind, an die Gesetzes der Natur, wie sie dem Universum ausgeprägt sind, an das Gesetz der Menschheit, wie es in den Gesetzbüchern und in den heiligen Schriften niedergelegt ist-, Ich glaube an einen wöchentlichen Sabbat zur Ruhepflegung, Erholung und An- ' betung. Ich glaube, daß alle Menschen ein Anrecht auf geistige, moralische und religiöse Freiheit haben. Ich glaube, daß es die Pflicht aller Menschen ist, Kenntnisse zu gewinnen, sie zu pflegenden Fortschritt zu lieben und ihn zu fördern. Ich glaube an die Unverletzlichkeit von Leben und Eigentum, an die Heiligkeit des Heinis und der Familienbande. Ich glaube, daß das Gute inalleu> Bibeln angenommen und das Böse in allen sogenannten heiligen Schriften verworfen werden mag. Ich glaube, daß das güte Beispiel und die Vorschriften' 4 *HÜ

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