Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1896)
- Date
- 1896-12-01
- Page
- Seite 287 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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287 Freinden in East-End haben müsse, und daß Erfahrungen, die man in Amerika mit solchen Bühnen gemacht, sehr wohl zu einem solchen Schlüße berechtigen. In New-Uork bestehen drei jüdische Theater ausgezeichnet. Jedes davon bezahlt etwa fl. 50000 jährliche Meiste und nimmt ungefähr eine halbe Million Gulden jährlich ein. Herr Fineman selbst ist ein sehr vorzüglicher Schauspieler; seine Frau Dinah genießt jenseits des Oceans den Ruf einer ausgezeichneten Schauspielerin. Auf dem Repertoire steht für die allernächste Zeit „Hamlet", der in einer jüdischen Bearbeitung der Schlegel'schen Übersetzung gegeben wird. — Der renommirte Theaterdirector Herr Iacgnes Goldberg in Stettin eröffnete das Stadttheater mit einer glänzenden Vorführung von Wagner's „Tannhäuser". An dieser Aufführung, welche eigentlich — als erste Vorstellung in der Saison — mit ihrem aus allen Weltgegenden zusammengebrachten Personale keine vollständige Abrundung des Gebotenen erwarten ließ, zeigte sich so voll und ganz, welche ausgezeichnete Kraft das Theater an dem Director Herrn Goldberg gewonnen. Nicht minder bedeutend erscheint uns der Kapellmeister Herr Erdmann, der seine zumeist jugendliche Künstlerschaar mit sicherer zielbewnßter Hand dem glänzenden Erfolg entgegenführte. Von den mitwirkenden trefflichen Künstlern nennen wir zwei, weil der Wiener Schule entstammend, welche künstlerisches Aufsehen erregten, und zwar Fräulein Meißen (Elisabeth) und Herrn Szengery (Wolfram) — ein Sohn des Wiener Obercantors Singer. — Sowohl Herr Szengery als Fräulein Meißen wurden von dem ansverkauften Hanse durch wiederholten stürmischen Beifall ausgezeichnet. — Zu den philharmonischen Konzerten, die Herr Felix Weingartner in Kremen im Künstlerverein veranstaltet, hat der dortige Oberkantor und Lehrer Prinz die ehrenvolle Einladung erhalten, die Heldentenorpartien zu übernehmen. — Der Kantor des Emanu-el-Tempels in San Francisco wurde zum Professor an der Opernschnle in Columbia ernannt. Hohenems, wo die Wiege des berühmten Sulzer stand ist auch der Geburtsort Stark's. — Ein Besucher des Straßburger Münster berichtet, daß er auf einenl Steine in den« Thurme des Münster folgende Inschrift gelesen hat: Barock Beer, Fanchou Beer, Lipman Beer, Jsac Mayerbeer, 1870. — Das Porträt, welches der Kaiser von Oesterreich bei dem Maler Soromih bestellt hat, ist nun fertig geworden und soll binnen kurzer Zeit an seinen Bestinnnungsort London abgeliefert werden. — Hermann Levi's, des Münchener Generalmusikdirektors, Entlassungsgesuch, das der berühmte Dirigent wegen Krankheit eingereicht hatte, ist vom Prinzregeuten genehmigt worden. — Am Stadttheater in Düsseldorf — Direktion Engen Staegemann — wurde der lyrische Tenor Adolf Derluß, der mit den größten Erfolgen 9 Jahre lang am Landestheater zu Prag thätig war, nicht engagiert, weil er Jude sei und ein zu jüdisches Aussehen habe. Presse und Pnblikuin waren in der unzweideutigsten Weise auf seiner Seite. — In der modernen jüd. Volksliteratur gehört der Name Goldfaden gewiß zu den bekanntesten. Seine Oper „Sulamith", die vielen Volkslieder ernsten und heiteren