Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1896)
- Date
- 1896-12-01
- Page
- Seite 288 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2969669-2969823-2969836--4954-2974236- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
288 Inhaltes, erfreuen sich insbesondere bei den Juden Polens und Rußlands großer Beliebtheit. Jüngst recitirte Herr Goldfaden im Tempelsitzungssaale in Krakau die neuesten Erzeugnisse seiner Muse und wußte das zahlreich versammelte Publikum durch den Vortrag einiger humoristischer Gedichte in eine heitere Stimmung zu versetzen. — Die Kunstausstellung in den Räumen des Hcbrew-Jnstituts in Dew-Hork wurde in diesem Jahre von über 90,000 Personen besucht. Es war eine Freude zu sehe», mit welchem Eifer diese tagsüber angestrengt arbeitenden Leute die Gelegenheit wahrnahmen sich an den Leistungen der Kunst, welche hochherzige Gönner zu diesem Zweck dem Institut geliehen haben, zu erholen. — Bei der königlichen Akademie der Künste in Srrlin gelangt durch den Senat für das Frühjahr 1897 der Preis der ersten Michael Beer-Stiftung in Höhe von 2250 Mk. für jüdische Bildhauer zur Ausschreibung. Die Bewerber haben die Aufgabe zu lösen: „Verschmachtende finden eine Quelle." — Im Stadttheater in Main; wurde ein neues Schauspiel „Esther Maria" von Rudolf Herzog beifällig aufgeführt. Herzog hat eine ans Liebe zu einem russischen Gouverneur zum griechisch-katholischen Glauben übergetretene Jüdin zeichnen wollen, welche Familienbande und Reue immer wieder zu den Stammesgenossen ziehen. Die Katastrophe scheint zu erfolgen, als der Gatte der Kouvertitin die Juden in Massen heimathlos machen will, und ein früherer Verehrer Esther Marias, Josua, die Ungetreue uiedersticht. Zur allgemeinen Überraschung ergibt sich, daß die junge Christin nur leicht verletzt ist, und daß der Gouverneur — ein sonderbarer Kauz — die Juden ernstlich gar nicht ausweisen, sondern sie blos zu ihrer Besserung erschrecken will. Die erste Hälfte des Werkes ist reich an dichterischen Schönheiten, aber die Lösung des Ganzen überraschte. Warum hat Herzog nicht „Esther Maria" als Tragödie enden lassen? — Der Komponist der poesievollen Oper „Das Heimchen am Herd", Karl Goldmark, hat vom Kaiser Franz Joseph das Ritterkreuz des Leopold-Ordens erhalten. Es ist dies eine der höchsten Auszeichnungen, die in Oesterreich an Künstler und Gelehrte verliehen wird. Inhalt: Die Macht des Geistes. Ban Rabbiner Dr. N. Brüll, Frankfurt a. M. — Über kancmaeischen Volksglauben. Vortrag, gehalten in dem Verein für jüdische Geschichte und Litteratur in Hamburg von Dr. M. Grunwald. — Der älteste Rabbiner in Deutschland. — Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. Adolf Brüll; in Kommission für ^en Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.