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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-12-01 · Heft 12 (1.12.1896) · p. Seite 286

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 12 (1.12.1896)
Date
1896-12-01
Page
Seite 286 (sequence 22)
Language
German
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286 der Beer seine Ausbildung erhielt. Später schloß Beer sich ganz besonders an Max Michael und Paul Meyerheim an. Sein Fach war die Genre- und noch mehr die Porträtmalerei. Er hat eine Reihe gelungener Bildnisse geschaffen. Ein Theil davon und auch Genrebilder Beers waren in Berlin ausgestellt. Beifall errangen vornehmlich zwei seiner Genrebilder, „Idyll" und „Die Diva". Vor Kurzem war Beer noch nach Paris gegangen, wo er ein halbes Jahr lang sich aufhielt. — Mit tiefem Bedauern werden die Schüler und die zahlreichen Verehrer des Fräuleins Alexandra Leah Ehrenberg, Gesangsmeisterin an der Guildhall-Musikschnle in London, die Nachricht von ihrem Tode vernehmen. Sie starb, erst im 33. Jahre stehend, an einem Herzleiden. Ursprünglich Pianistin, erhielt sie die Bronze-Medaille für Klavierspiel in der königlichen Musikakademie, wo sie eine Schülerin Eyres und des Sir George Alexander Macfarren war. Später erst zeigte sich, daß sie einen ausgezeichneten Mezzo-Sopran besaß, und sie wurde die Schülerin Bandeggers. In der königlich n Akademie erhielt sie ferner die bronzene, silberne und goldene Medaille für Gesangsknnst und wurde zum Mitgliede der Akademie ernannt. Als sie jünger war, sang Frl. Ehrenberg in vielen Oratorien und anderen Konzerten, in der letzten Zeit widmete sie sich ganz dem Unterrichte Ihre Klasse in der Guildhall-Musikschule lvar eine der bestbesuchten der ganzen Anstalt; sie hatte mehr als hundert Schülerinnen. — Man weiß, wie scharf Richard Wagner Mendelssohn in seiner Schrift über „das Judentum in der Musik" mitgenommen hat. Er behauptet darin (1869, S. 25), Mendelssohn hätte nicht „ein einziges Mal die tiefe, Herz und Seele ergreifende Wirkung hervorgebracht, welche wir von der Kunst erwarten". Hans v. Bülow urteilt ganz anders. In einem soeben erschienenen Werke „Studien bei Hans v. Bülow" von Vianna da Motta findet sich folgendes Urteil Bttlows: „Ich kann Ihnen feierlich versichern, daß Mendelssohn in das nächste Jahrhundert hineingeht, während viele andere nicht. — Seine Ouvertüren, die ich sinfonische Dichtungen nenne, werden noch lebe», wenn andere sinfonische Dichtungen nicht mehr gespielt werden. Ein Lied ohne Worte von Mendelssohn ist für mich ebenso klassisch, wie ein Gedicht von Goethe. Ich hatte die Ehre, zwei Stunden lang Mendelssohns Schüler zu sein." — Herr Hvfkapellmeister Strauß in München wird eine von dem bekannten Musiker Brecher — eines Enkels des weiland berühmten jüd. Gelehrten Dr. Giden Brecher — komponirte Sinfonie für Orchester im Leipziger Liszt-Verein zur Aufführung bringen. — Die Oper „Halling" zu der unser geschätzter Mitarbeiter Herr Dr. Gustav Weinberg den Text gedichtet (Musik von Anton Eberhardt) errang in Augsburg einen durchschlagenden Erfolg. — Herr Zigmnnd Fineman aus New- Iork ist in London eingetroffen, in der Absicht daselbst ein ständiges jüdisches Theater zu gründen. Er behauptet, daß ein solches einen sehr bedeutenden erziehlichen und moralischen Werth für die Juden, besonders aber für die jüdische»

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