Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1896)
- Date
- 1896-12-01
- Page
- Seite 274 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Ammiel 1× ep/1003420
- Kenaz 1× ep/1005595
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i — 274 — zu den älteste» religiösen Vorstellungen der Semiten. Es ist hierbei freilich nicht an eine Unsterblichkeit in unserem Sinne zu denken, sondern nur an eine gewisse Fortdauer des Lebens in dem Kot 6lam, „der ewigen Behausung", wie die Westsemiten, ähnlich auch die Ägypter, die Ruhestatt der Toten nannten. Hieraus erklärt sich, die ängstliche Sorge um die Erhaltung des Leichnams und die Pflege des Grabes. In dem prächtig verzierten Grabgemach, wo den Opfernden die Geister der Ahnen umschwebten, brachte die Familie den Manen ihrer Verstorbenen ihre Gaben dar, in späterer Zeit Speise und Trank, früher jedoch wohl minder harmlose Opfer, woran die bis in die spätere Zeit üblichen Selbstverstümmelungen und andere Trauergebräuche deutlich genug erinnern. Der Ahnenkult bildet so die erste Stufe der gottesdienstlichen Verehrung eines höheren Wesens. Auch waren die Begriffe Gott und Vater ursprünglich ziemlich gleichbedeutend. Daher finden wir denn in den kananäischen Personennamen ungemein oft in Verwandtschaftswörtern wie ab Vater, am Oheini, ach Bruder u. s. w. Stellvertreter eines Gottesnamens. So steht ab Vater in den Eigennamen Eli-ab „mein Gott , ist der Vater" an Stelle des Gottesnamens, El in dem Namen Eli-el „mein Gott ist El", oder für Gab, den Glücksgott, in den phönikischen Namen Abrezo statt Gadrezo „Gad ist gnädig." Wir finden dieses ab in Beziehung zuin Dämonenglauben in den Nanien: Abi tob „mein Vater oder mein Gott ist Tob (der Glücksdämon)", Abi chajil „mein Vater ist chajil (der Kraftdämon)" u. s. w. Auf den Naturkult deuten hin: Abi ner „mein Vater ist das Licht", Abi tal mein Vater ist der Tau u.. a. m. Am „Oheim" findet sich in Ammi-el „mein Oheim ist El", Ammi-schaddai „mein Oheim ist Schaddai" u. a. Ähnlich steht es um andere Verwandtschaftsnamen. Natürlich wurden nach dem besonderen Schutzgeist der Familie, nach deni Urahn die einzelnen Mitglieder benannt und es zeigen sich so frühzeitig Ansätze zu Familiennamen. Dieses läßt sich auch bei den Hebräern wahrnehmen. Wir finden Namen wie Mischina, Schima, Schemaja, Jischmael im Stamme Schimeon; ferner einen Dan neben einem Abi-dan und Besnj-dan u. a. m. Auch Namensübertraguugen vom Großvater auf den Enkel zeigt schon das alte Testament, so bei Kenaz, Azarja; vom Oheim auf den Neffen in Achasja, Zidkijahu u. a., in Benennungen des Sohnes nach dem Vater in Ner und Abiner, ähnliche Geschwisternamen in Salomo und Absalom u. a. m. Man hat nun mit dem Ahnenkult auch noch eine Art von Namengebung in Verbindung gebracht, welche, wie der Ahnenkult selbst über die ganze Erde sich verbreitet findet, nämlich die Benennung nach Tieren, wie Kaleb „Hund", Zeeb „Wolf", Chazir „Eber" u. s. w., wie sie ja auch heute noch bei manchen Semiten üblich ist. Wir haben hierbei vor allem zwischen Namen von Individuen und Namen von Stämmen bezw. Ortschaften zu scheiden. Es kehrt nämlich bei