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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-12-01 · Heft 12 (1.12.1896) · p. Seite 268

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 12 (1.12.1896)
Date
1896-12-01
Page
Seite 268 (sequence 4)
Language
German
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268 Lehre bewahrt, die seine Seele adelte, und seinem Streben stets inne wohnte. Bei aller Glaubensfinsternis, von der es umlagert war, Erleuchtung in Weisheit und Gotteserkenntnis, das ist's, was ihm hat seinen Fortbestand gesichert und den Sieg verliehen, über alle die Gefahren, die es umschwebten. Was siehst du, ruft der Herr dem Propheten zu, der in die weite Nacht hinausblickend, vertieft war im Nachdenken über Israels Zukunft. Einen goldenen Leuchter sehe ich, erwiederte er, eine Schale an seinem Haupte, sieben Flammen umstrahlen ihn, die aus sieben Röhren ihr Licht schöpfen, und zwei Ölbäume befinden sich in seiner Nähe, der eine rechts und der andere links. Weißt du auch was das zu bedeuten hat? Es hat sich dir hierin offenbart die Verheißung: „nicht durch Kraft und nicht durch Macht, sondern durch meinen Geist spricht der Herr". Der Leuchter ganz aus Gold, das soll Israel sein, ein Träger des Lichtes, ein Verbreiter hellen Geistesglanzes und aus allen Quellen der Erkenntnis soll es schöpfen die lautere Wahrheit, daß sie widerstrahle in seiner Lehre, daß sie hindnrchleuchte durch sein ganzes Wollen und Schaffen. Wie das Licht, in seinem Kerne auf einen engen Raum begrenzt, doch weithin seine Strahlen ausgießt und alle Schatten und Finsterniß vertreibt, die es umgeben, also gründet Israels Bestand sich nicht auf die ausgedehnte Macht, die es besitzt, auf das hohe Ansehen, das ihm zu teil wird, sondern auf den Geist, der in ihm lebt. So lange es den Geist Gottes in seinem Herzen bewahrt, in seinem Wandel bethätigt, wird es leben — blühen — leuchten — siegen. Und welche herrliche Segnungen mit solchen Geistessiegen, durch die das innere Leben des Volkes gekräftigt und gehoben wird, verbunden sind, das zeigt wiederum Israels Aufschwung zur Zeit der Makkabäer Ein unheilvoller Zwiespalt hatte damals in Judäa Platz gegriffen, eine Zerklüftung, die den einheitlichen Bestand Israels schwächte mib gefährdete, und durch alle Schichten des Volkes sich ausgebreitet hatte. Da standen auf der einen Seite dies Hellenisten, die um die Gunst der herrschenden Griechen zu gewinnen, um an den Gastgelagen der Könige und an den Wettspielen des Volkes teilnehmen zu können, alles, was nur an ihnen den Sohn Israels hatte erkennen lassen von sich abzustreifen suchten. Die hellenistischen Anschauungen konnten noch so thöricht sein, die griechischen Sitten, für sie enthielten sie die höchste Weisheit, die fremden Lebensbräuche, sie mochten noch so lächerlich sein, ihnen galten sie als die edelste Sitte. Sie konnten nicht weit genug gehen, in feiler Mißachtung der heimischen Lehre, in kriecherischer Nachahmung nichtjüdischer Gewohnheiten. Als ob sie einem ganz anderen Stamme entsprossen wären, als ob sie aus einem ganz fernen Lande gekommen wären, wohin noch die Kunde von Israel und seiner Lehre nie hingedrungen, also standen sie da, wenn sie davon zeugen sollten, daß die Lehre des Judentums, von dem sie sich ja doch nicht losgesagt hatten, ihrem Herzen noch inne wohne. Welche Ordnung bei den Fechtspielen und Ringkämpfen einzuhalten sei, darüber

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