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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-11-01 · Heft 11 (1.11.1896) · p. Seite 261

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 11 (1.11.1896)
Date
1896-11-01
Page
Seite 261 (sequence 21)
Language
German
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261 Gediegenheit der Ausführung sichert der exacten wissenschaftlichen Leistung des Herrn Prof. Wertheim einen bleibenden Wert in der Geschichte der Mathematik. Die herrliche Ausstattung des Werkes und die renommirte Verlagsbuchhandlung, die das Buch in Schutz genommen, werden für die Verbreitung des Werkes nur förderlich sein, das zu Anfang dieses Jahrhunderts so in Vergessenheit geratenwar, daß Ioung in seiner alphabetischen Liste (S. 122) Misrachis mathematische Leistung, ohne daß der Name des Buches genannt wird, in die kurze Bemerkung zusammenfaßt, er habe eine Rechenkunst, Feldmeßkunst und von der Figur der Erde geschrieben. Dr. Aisred Uossig: versuch einer praktischen Kritik der Kehre Spinozas. Das vorliegende Werk teilt sich in vier Bücher, von denen das erste eine Darstellung der Lehre von dem höchsten Zweck des Philosophierens, das zweite eine Kritik dieser Lehre enthält. Das dritte Buch beschäftigt sich mit dem unvergänglichen Teil der Lehre Spinozas und endlich bildet das letzte Buch einen Abschluß der Kritik. Spinoza wollte nach Ansicht des Verfassers nicht eine Theorie des Universums, sondern eine Glückslehre liefern. Die bestimmende Ursache seiner Philosophie ist das Streben nach beharrlicher Freude. Nachdem er sich, wie er im Tractat über die Verbesserung des Verstandes angegeben hat, überzeugte, daß alles, was ihm im gewöhnlichen Leben begegnete, vergänglich ist, beschließt er nachzuforschen, ob es etwas gäbe, das eine beharrliche und damit die höchste Freude gewähre. Der Mensch wird erregt entweder, indem sein Vermögen zu handeln vermehrt oder vermindert wird. Diese Erregungen und die Vorstelungen dieser Erregungen sind die Affecte. Sie heißen thätige, wenn der Mensch die alleinige Ursache davon ist. Im ersten Falle ist der Affect nur durch die menschliche Natur zu erklären, im zweiten Falle wird er zum Teil durch Außendinge hervorgerufen. Da nun die thätigen Affecte unser Wesen fördern, weil sie von etwas Unvergänglichem ausgehen, so ist die Frage, wie sind sie zu erhalten und die leidenden auszuschließen. Dies hängt nun eng zusammen mit der Frage nach den Vorstellungen. Nach Spinoza giebt es bildliche Vorstellungen und Ideen. Die ersten entstehen als Bilder in der Seele, wenn diese von den Außendingen affiziert wird, die andere aber durch die Thätigkeit der Seele, durch Begriffsbildung. Nur die letzteren können daher zureichend sein und nur diese, die in sich wahr sein müssen, fördern unser Wesen, können uns also die beharrliche Freude verschaffen. Alles, was uns Freude verursacht, lieben wir. Wenn wir nun die Einzeldinge, die eine Art des Seienden, erkennen so lieben wir etwas Vergängliches, erkennen wir aber die Substanz, d. i. Gott, so lieben wir etwas Ewiges. In einem Falle sind wir der Trauer uni den Verlust ausgesetzt, im anderen Falle nicht. Es muß daher unser Bestreben sein, Gott zu lieben. Diese Liebe zum Ewigen führt uns zunächst dazu uns selbst zu erhalten, denn die Welt

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