Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1896)
- Date
- 1896-11-01
- Page
- Seite 255 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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255 und die westfälischen Teilnehmer der Generalversammlung waren natürlich dnrch diese Erklärung vollständig befriedigt. Der ganze. Vorgang hat insoweit eine besondere Bedeutung, als er aufs neue zeigt, daß die anständigen Elemente der jüdischen Orthodoxie nichts gemein haben wollen mit dem verhetzenden Treiben eines Blattes und seiner Hintermänner, das, wie der vorliegende Fall beweist, in seinen Berichten mit bedauerlicher Unwahrhaftigkeit den Gegner bekämpft. Herr Dr. David ist der zweite uns bekannte Orthodoxe, der sich öffentlich gegen den Ton verwahrt, der von einem Teil der jüdischen Orthodoxie gegen die westfälischen Juden beliebt wird; der erste war Herr Lehrer S alo mon aus Iserlohn, der auf dem diesjährigen Hagener Verbandstage seinem lebhaften Bedauern über den in einer gewissen Presse gegen den westfälischen Gemeinde-Verband angeschlagenen Ton öffentlich Ausdruck gab. Schließlich sei noch bemerkt— es ist das für die Beurteilung der ganzen Interpellation von Wichtigkeit — daß, abgesehen von der Rheinprovinz, welche die größte Mitgliederzahl anfweist, die Gemeinden des westfälischen Verbandes bei dem Düsseldorfer Verein stärker beteiligt sind, als jede andere preußische Provinz und jeder der außerpreußischen Staaten, wie aus dem diesjährigen Mitgliederverzeichnis hervorgeht. Wonatsschau. Ein vernichtendes Urteil hat Rudolf Mrchoni über die Rassenkämpfe unserer Zeit gefällt, indem er erklärte: „Der Begriff der Rasse, ist durch die jüngsten Forschungen der Anthropologie im höchsten Maße unsicher geworden. Während uns bis vor wenigen Jahrzehnten die germanische, die slyvische Rasse als durchaus einheitlich erschienen, haben neuere umfangreiche Erforschungen, archäologische Gräberfunde und sprachvergleichende Untersuchungen ergeben, daß es keine einzige Nation mit einheitlichem Typus giebt, sondern daß die Bildung unserer heutigen „nationalen Rassen" das Resultat einer mehr oder minder weit zurückliegenden Mischung verschiedener anderer Rassen ist".— In der Zeitschrift „Nathanael" von Prof. Dr. H. L. Strack (XII. 5) findet sich ein Aufsatz überschrieben: John- Henry-Brühl, welcher aus Schmiegel stammte, woselbst er am 6. September 1823 als Jude geboren ist, von Lic. I. de le Roi. Interessant ist die angeführte Äußerung eines galizischen Juden, die derselbe gegenüber dem späteren Missionar Brühl gethan: „Ihr habt die Vergebung der Sünden zum Hauptmerkmal eures Glaubens gemacht; wir haben zu glauben aufgehört, daß es ein solches Ding wie Sünde in der Welt giebt. Man hat uns gelehrt, daß so viele kindische und unschuldige Dinge Sünde seien, daß sich unsere Vernunft dagegen empört hat,