Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1896)
- Date
- 1896-11-01
- Page
- Seite 242 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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242 Kriegsstimmen gegen sie laut werden, die wieder verstumme» werden, wie in früheren 'Zeiten auch. Wir Juden sind wetterfest und gefeit gegen Ungemach, das uns von Menschen wird. Wir haben schon schwerere Zeiten und ärgere Feinde überdauert. Das Judentum wird mich aus diesen Kämpfen verjüngt hervorgehen, und seine Anhänger werden weiter, vermöge ihrer Intelligenz und Arbeitskraft, wichtige Faktoren in den Staaten der Welt bilden, während ihre Feinde der Verachtung und dem Untergang verfallen werden. Anstatt zu flüchten haben die Juden standhaft auszuharren und für die Erlangung der ihnen gebührenden Rechte mutig weiter zu käinpfen. Wir dürfen nicht schwach sein, denn das bringt Unglück. Die Juden begehen einen Fehler, durch die milde Art, wie sie sich bisher ihren Feinden gegenüber verhalten. Dadurch werden die Angreifer ermutigt. Die Jagd ans zahme Rehe wird, da man dabei keine Gefahr läuft, oft nur aus Übermut auch von Feiglingen unternommen. Auf die Frage, wie sich die Juden gegenüber den Anfeindungen halten sollen, giebt es nur eine Antwort. Die Juden müssen im Kampfe gegen ihre Verfolger stark sein, und das können sie, wenn sie nur wollen. Die Inden sind zahlreich überall verbreitet, intelligent, rührig und sie können, wenn sie nur wollen, so stark sein, daß keine Macht der Welt ihnen etwas anhaben könnte und das Zauberwort, das ihnen diese Kraft verleihen würde heißt: „Association, Organisation". Die Juden können, einmal richtig organisirt, aufklärend und veredelnd auf die eigenen Glaubensgenossen sowohl als auf Nichtjuden wirken und so den Boden für jedes Mißverständnis von vornherein unmöglich machen. Der Verfasser will, daß sich ein Verein für „Aufklärung und Gewissensfreiheit" gründe mit zwei Gruppen, einer belehrenden und einer bekämpfenden. Ein solcher Verein hätte sich auch der verfolgten Klassen im Orient, der bedrückten Mohamedaner, des geknechteten Hindu, anzunehmen. In jedem Lande sollen Zweigvereine eines derartigen internationalen Hauptvereins in's Leben gerufen werden. Im Gegensätze zur „Alliance Jsr. universelle" soll dieser Verein seine Thätigkeit auch auf Nichtjuden ausdehnen. Eine Vereinigung auf der Basis der Gewissensfreiheit, die den gesammten geistigen Adel der Welt repräsentirt, würde zu einer geistigen Großmacht werden. Wir sehen in diesem Vorschläge weht ein anderer Geist als in Herzel's Judenstaat. Der Verfasser schließt feine beachtenswerthe Broschüre mit den Worten: „Die Juden haben das unvergängliche Verdienst aus ihrer Mitte der Welt den Erlöser gegeben zu haben. Wenn nun die Juden die Initiative ergreifen und seinen Lehren entsprechend den Haß aus der Welt schaffen, so bieten sie der Menschheit eine zweite Erlösung, Erlösung von confessioneller Zwietracht."