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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-10-01 · Heft 10 (1.10.1896) · p. Seite 237

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 10 (1.10.1896)
Date
1896-10-01
Page
Seite 237 (sequence 21)
Language
German
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237 dürfen. Es beträgt ca. 2000 Mark und wird für die Zeit vom 29. Dezember 1896 bis dahin 1897 verliehen. Geeignete Bewerber haben ihre Gesuche mit den nötigen Attesten bis zum 1b. Oktober d. I. an Herrn Direktor A. v. Werner einznreichen. — In der historischen Ausstellung in Budapest befindet sich eine Thora- Rolle, die gelegentlich der Eröffnung die Aufmerksamkeit Sr. Majestät auf sich lenkte. Die Thora-Rolle, 25 Centimeter hoch, umschlossen von Holz, dem Libanon entnommen, zusammengefügt aus Blättern von reinstem Pergament und tadelloser Schrift, deren Schwärze siegreich den Jahrhunderten — sie soll 400 Jahre alt sein — widerstanden, ist überdies mit Silberzierraten in unverfälschtem korynthischen Stile geschmückt, eine Sehenswürdigkeit nicht nur von religiöser, sondern von eminent historischer Bedeutung. — Aus London berichtet man, daß Mr. W. K. Penley, der berühmte Verfasser von „Charley's Tante" (Charley's Aunt) und seine Gemalin lebenslängliche Kuratoren des jüdischen Krankenhauses und Waisenhauses geworden sind. Herr Penley hat 20 Guineas gespendet und bei der Gelegenheit seine Absicht kundgegeben, sich auch weiterhin mit einem jährlichen Beitrage zu betheiligen. Diese erfreuliche Thatsache beweist von Neuem, welch gutes Einvernehmen zwischen der Londoner Kunstwelt und der jüdischen Gemeinde besteht. — Der „alte Austerlitz" der bei der Polizei in Wien um die Errichtung eines Beethoven-Museums ansuchte, mußte dafür eine Nacht in der psychiatrischen Klinik übernachten; er ist eine in Wien, besonders in Kreisen von Musikern und Schriftstellern, sehr bekannte Persönlichkeit. Er war in den siebziger Jahren ein sehr reicher Börsenbesucher und seine Passionen beschränkten sich auf die Sammlung von musikalischen Raritäten. Wo eine Scharteke, eine alte Partitur zu haben war. stellte sich Austerlitz ein; er besaß bald eine Sammlung von Manuskripten der berühmtesten Tonkünstler von Bach bis Schubert, darunter manch interessantes Originalwerk, aber auch Falsifikate, die ihm um teueres Geld von Schwindlern angehüngt worden waren. Der Mann büßte nach und nach sein Vermögen ein, aber von seinen „Schätzen" wollte er sich nicht trennen, obgleich ihm für ein und das andere als echt erkannte Werk erkleckliche Summen geboten worden sind. Daß er noch unbekannte Sonaten von Beethoven besitze, daß er beweisen könne, die berühintesten Kompositäre haben den Tonheros bestohlen, das hat Austerlitz immer behauptet in Wort und Schrift In den letzten Jahren fristete er ein armseliges Dasein als Börsengalopin; er hungerte — ein eingebildeter Kaiser im Reiche der Töne. Dabei ist er ein harmloser, gutmütiger Mensch, der nie in seinem Leben jemand Anderem geschadet hat als sich selbst. — Lasser Ury, der bekannte Maler, hat ein sehr bedeutendes Gemälde „Jerusalem" ausgestellt. Eine kleine Schaar armer Juden ist auf dem Wege nach einem neuen Wohnsitz. Der Familienvater, eine Erscheinung ehrwürdigen Alters, in allem Unglück ruhig und gefestet durch eine unendliche Reihe bitterer Lebenserfahrungen. Die Mutter, eine Matrone, die in der eigenen Familie viele, viele Bitternisse erfuhr, aber vom Schmerze fast

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