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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-10-01 · Heft 10 (1.10.1896) · p. Seite 235

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 10 (1.10.1896)
Date
1896-10-01
Page
Seite 235 (sequence 19)
Language
German
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235 nämlich erboten, sie zu unterrichten. — Den Malern Gm. Knopp und Wor. Karvaly in Budapest wurden von der Jury der Kunstausstellung die höchsten Preise zuerkannt. — In Ems starb Herr Professor Emil Löwenthal aus Rom, einer der bedeutendsten Kunstmaler. Der verstorbene Künstler war ein persönlicher Freund Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Georg von Preußen, als dessen Gast er alljährlich in Ems weilte. Der Verstorbene entstammt der Stadt Jarotschin in Posen, hat in Berlin die Akademie der Künste besucht, und sich später in Rom niedergelassen. — Jüngst wurden zehn jüdische Sänger zn einem Konzert im Palais des Sultans in Konstantinopel befohlen. Es wurden ausschließlich jüdisch-liturgische Melodieen nach sefardischem Ritus gesungen. Jeder einzelne Sänger erhielt neben einem ansehnlichen Honorar die Kunstmedaille. — Mr. F. D. Woralta in London hat dem Jems College ein kostbares Geschenk gemacht. Er hat aus der Verlassenschaft des verstorbenen Baron Julian Goldsmid das berühmte historische Gemälde von Z. A. Hart erstanden, das die Konferenz zwischen Mauasseh ben Israel und Cromwell behufs Wiederzulassung der Juden in England zum Gegenstände hat. — Aus London berichtet man: Leo Field, der bekannte Operndirigent, ist in Berlin, wo er zum Besuche seines Bruders Dr. Field weilte, gestorben. — Die neue Oper von Franchctti „Pourceaugnac“ wird am San Carlo-Theater zu Neapel zur Aufführung gelangen. — Aus Ischl wird berichtet: Vor einigen Tagen traf es sich, daß Se. Majestät auf einem Spazierritt in dem Augenblicke, als er eben den Park verließ, des Malers Horovih ansichtig wurde, der in der Nähe der kaiserlichen Villa sein Atelier aufgeschlagen, um sich der Vollendung des in Budapest begonnenen Kaiserporträts widmen zu können. Der Monarch hielt null das Pferd an und sagte zu dem Künstler, der herangetreten war: „Die Kaiserin hat das Porträt gesehen, sie ist ganz entzückt." Und als der Meister bemerkte, er sei hochbeglückt, ein solches Lob zu vernehmen, setzte der Monarch hinzu: „Dem Urteil der Kaiserin genügt man nicht leicht, diesmal ist sie jedoch sehr zufrieden." — „Hebräische Melodien" („Semiroth Israel") ist der Titel eines bedeutenden in England erschienenen Werkes. Der berühmte Professor Ernst Kauer, ein geborener Hesse, der seit vielen Jahren in England als Musiker und Musikschriftsteller eine hervorragende Stellung einuimmt, hat darin zum erstenmale den noch ungehobenen Schatz der jüdischen Synagogalinusik für das Klavier gesetzt, und zwar mit all der fachmännischen Kenntnis, die seine Ausgaben der Klassiker charakterisieren. Freilich ist an Sammlungen von hebräischen Melodien für den Synagogalgebrauch kein Mangel; nicht nur in Deutschland, sondern in allen Ländern, wo der Chorgesang eingeführt ist, haben tüchtige Kantoren ihre eigenen Kompositionen und die ihrer Kollegen gesammelt und durch den Druck Jedermann zugänglich gemacht. Aber diese Sammlungen enthalten eben nur moderne Kompositionen, während das Werk Pauer's die alten, echten Synagogalmelodien in ihrer Reinheit publiziert; das ist bis jetzt nur vereinzelt und für bestimmte Gegenden geschehen. John Abraham

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