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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-10-01 · Heft 10 (1.10.1896) · p. Seite 234

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 10 (1.10.1896)
Date
1896-10-01
Page
Seite 234 (sequence 18)
Language
German
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234 t „Masken", Dramolet, von Bracco, bearbeite* von Otto Eisenschitz. — Weiters wird das Burgtheater Triesch's „Nixe" als Reprise bringen. — Ein von Moriz von Gutmann mit A. Freitag bearbeitetes vieraktiges Schauspiel „Sünde" wird in der diesjährigen Saison in Wien zur Aufführung gelangen. — Herr Julius feer, Professor am Konservatorium der Musik in Prag, ist am 17. August im Alter von 59 Jahren gestorben. — Man berichtet: Das bekannte Theater in Czernowitz unter Direktion des Herrn Abraham Arelrad eröffnete seine diesjährigen Vorstellungen. Am ersten Abend wurde die melodiöse Operette: „Rebekka" zur Aufführung gebracht, in welcher sich namentlich Frau Direktor Axelrad als Darstellerin der Titelrolle auszeichnete. Herr Axelrad in der männlichen Hauptrolle bot eine musterhafte Leistung. Auch alle übrigen Mitwirkenden ließen nichts zu wünschen übrig. Auch in der Aufführung der Oper „Nebukadnezar" war es Frau Direktor Axelrad, die das zahlreich erschienene Publikum durch ihr Spiel und ihre prächtigen Stimmmittel entzückte - Über Paula Z;alit, das Wunderkind, berichtet die „Neue Mnsik-Zeitnng": In Galizien, an der Grenze von Europa und Halbasien, wo die Kultur sich noch scheu an den Menschen vorbeidrückt, wurde Paula Szalit geboren. Dort ist sie zum Wunderkinde — wenn man sie so nennen darf — schnell gereift. Die Leute schüttelten sich die Köpfe müde über dieses sinnige kleine Mädchen, das sich in Träumereien auf dem Klavier ergeht, während es seine Zärtlichkeit für die Puppenstube noch nicht abgestreift hat. Die Kleine ist erst nenn Jahre alt. Sie überlegt nicht, sie wägt nicht, wenn sie spielt, der Instinkt spricht ihr das große Wort. Mit diesem verbindet sich bei Paula Szalit noch ein starker Drang, ihre inneren Erlebnisse musikalisch zu gestalten. So komponiert sie ohne jegliche Anleitung kleine Klavierstücke voll Wohlklang. Überraschend ist in ihnen der feine Sinn für den Bau der Perioden, für rhythmische Abwechselung und harmonische Pointe. In einem gläilzend besuchten Konzert zeigte sich Paula Szalit auch als Pianistin und Jmprovisatorin. Da saß sie auf einem Hoheit Stuhl, ließ die zierlichen Händchen, die noch keine Oktave zu spannen vermögen, hurtig über die Tasten gleiten. Kein Takt, keine Note klang nach Dressur, mit dem lebendigsten rhythmischen Gefühl, mit Geist und Anmut wurde alles vorgetragen. Es erschien namentlich im Adagio aus der D dur- Sonate von Beethoven vieles verkleinert, abgeschwächt, aber selbst in diesem kleineren Format standen die einzelnen Teile in den richtigsten Verhältnissen zu einander und verschlangen sich harmonisch zu einem zartgetönten Ganzen. Feine, zierliche Stücke, wie das Rondo capriccioso von Mendelssohn, Le Coucu von Daquin, eine Bakarole und Mazurka eigener Komposition, spielte sie mit überlegener Grazie; kein Virtuose wird sie besser spielen. Bis vor kurzem hat Paula Szalit nur von ihrem Bruder Unterricht genossen. Jetzt unterweist sie Robert Fischhof vom Konservatorium in Wien, der sie vielleicht bald einem Größeren abtreten wird. Eugen d'Albert hat, überrascht von der außerordentlichen Begabung der Kleinen, sich

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