Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1896)
- Date
- 1896-09-01
- Page
- Seite 204 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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204 Segne unsre guten Werke Und verleih' uns Deine Stärke Jetzt, o Gott und innuerdar. Deiner Diener treue Seelen, Die sich Dir, o Herr, befehlen, Segne uns im neuen Jahr. Segne dieses Landes Gauen Mit des" Friedens reichem Hort, Deinen Beistand laß sie schauen In Gefahr an jedem Ort. Mögen Menschen Dir vertrauen, Auf Dich ihre Hoffnung bauen, Und erkennen Deine Macht. Du, deß' Auge ewig wacht, Quell' der Liebe, ewig klar, Segne uns im neuen Jahr. Blick' in Deiner Gnaden Fülle Freundlich -ans Jsrael's Bund' In das Kleid der Treu ihn hülle Auf dem ganzen Erdenrund. Leite, Herr, uns durch das Leben An der Tugend starker Hand, Und der Sünde falschem Streben Setz' ein End' im ganzen Land. Ja, verheiße allen wahr Segen in dem neuen Jahr. Segnend blick', o Vater, nieder Auf dies Haus so hoch und hehr, In dem Raum erschallen wieder Wort und Lied zu Deiner Ehr. Dieser betenden Gemeinde, Die vor Dir in Andacht steht, Mehre edlen Strebens Freunde, Mehre Glück das nie vergeht, Gieb der frommen Beter Schaar Segen in dem nenen Jahr. Aus des Himmels stolzer Hohe, Aus dem sternbesäten Zelt Laß uns fühlen Deine Nähe, Gott, Beherrscher aller Welt. Hör' auch gnädig unser Flehen Für der Menschheit heit'gen Frieden, Banne Leiden, Kummer, Wehen, Und ihr Loos, von Dir beschieden, Sei Gesundheit, Leidens bar Herr in diesem nenen Jahr. Gin persischer Weiser über Hleform im Judentum und Islam. Bei der heutigen Stellung der größeren Gesamtheit der Bekenner des Judentums zu einer einschneidenden, zu dem Wesen der ursprünglichen Religion zurückführenden Reform, ist es höchst interessant, den Ausspruch des neuerdings in den Vordergrund öffentlicher Besprechung getretenen, früheren persischen Ministers und Staatsmanns Scheich Dschemaleddin zu hören, dieses im Exil in Konstantinopel lebenden Weisen, dem man fälschlich die Ermordung des Schahs Nassreddin zuschreiben wollte. Über seinen religiösen Standpunkt befragt, antwortete der persische Weise: „Alle Religionen haben in ihrer Primitivität Licht verbreitet, haben die Geister entzündet und die Herzen erhellt, die Völker beglückt und die Reformen