Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1896)
- Date
- 1896-08-01
- Page
- Seite 191 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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191 »indische Citate, foubent einen zusammenhängenden Text zn geben. S. Schechter, Lcctor des Talmndischen an der Universität Cambridge, hat das Verdienst, den Inhalt des Blattes identifizirt zn haben nnd hofft, denselben bald heranszugeben. — Im Verlage von §. Ealvari & Go. in Zer!in ist erschienen: Die freireligiösen Strömungen im alten Jndentnme. Ein Beitrag zur jüdischen Religionsphilosophie von Alexander Bragi», Dr. Phil. Wir begrüßen in dem Verfasser einen freisinnigen Gelehrten, der ein Theina behandelt, das geeignet ist, uns zu zeigen, daß die Reform des Judentums zu ihrem Vorgehen ein historisches Recht hat und daß die moderne Orthodoxie selbst im Lichte der alten Zeit ein nicht zu rechtfertigender Standpunkt ist. Schon der Talmud enthält Grnndzüge zur Bibelkritik und betrachtet die heilige Schrift nicht als ein vom Himmel gefallenes Buch. Über Gott, Weltschvpfnng, Prophetisuius, Engel und Dämonen über den geschichtlichen und allegorischen Wert gewisser Bücher und Schriften finden sich in demselben sehr freisinnige Anschauungen nnd Auffassungen. Besondere Beachtung verdient das siebente Kapitel, „der Messias und sein Reich das mit dem Satze schließt: „Erst im neunzehnten Jahrhundert fängt dieser mythische „Messias ben David" an aus den Gebetbüchern der Inden zu verschwinden und also mußten 15» Jahrhunderte vorübergehen, bis die Inden die Worte des R. Hillel-als Wahrheit acceptierten „für die Juden giebt es keinen Messias mehr." Auch Materiell wie die Unsterblichkeitslehre, Vergeltung nach dem Tode, Hölle, Paradies, Auferstehung der Toden hat der Herr Verfasser lichtvoll behandelt. Freniide und Anhänger der Reform lverden durch diese Schrift in ihrer gesunden Anffassung des Jndentnrns bestärkt und Finsterlinge können durch die Lektüre veranlaßt werden ihren Fanatismus zu dämpfen und ihre Irrwege zu erkennen. — In Dndapest (Jvsefsplatz 8, Druck von S. Marcus) ist erschienen: Glaubensglcichheit, Rationelle Studie über die Religion der Vergangenheit, Gegenwart nnd Zukunft von Arnold W. Kraun. 3 Bände (Pr. 7 Kronen). Der Verfasser, der sich auf. dem Gebiete der jüdischen nnd neutestamentlichen Litteratur viel umgesehen und eifrige Studien getrieben, ist ein vom reinen Feuer des zusatzfreien Mvsaisnnls erglühter Mann, der von dessen Bethätigung die Erlösung der Menschheit aus aller der Not erhofft, die der rabbinische Talmudismus durch Akiba ben Joseph einerseits und der neutestalneutliche Talmudismus anderseits über die Menschen gebracht haben. Die Religion der Humanität könne und werde erst dann znm Siege gelangen, meint der Verfasser, wenn das Judentum mit Mischnah, Talmud nnd Schnlchail Aruch gründlich brechen würde. Es liegt viel Wahres in den Ausführungen des Herrn Verfassers, die weiteren Kreisen bekannt zn lverden verdienen. — Im Verlage von I. Krause in Kalle a. S. ist erschienen: Jndisch-Babilonische Zaubertexte, heransgegeben und erklärt von R. Stube, Dr. phil. Durch diese streng wissenschaftliche Arbeit soll ein vorläufiger Hinweis auf das umfangreiche Material an Kulturwie religionswissenschaftlich beachtenswerten