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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-08-01 · Heft 8 (1.8.1896) · p. Seite 190

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 8 (1.8.1896)
Date
1896-08-01
Page
Seite 190 (sequence 22)
Language
German
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190 mehrt Härten. Wie die Saat in der Parabel, hätten sie einen vOOfachen Wert erhalten; er möge sich also die 10000 Francs beim Bankhaus Rothschild einkassiren. Hleserate und Mitteilungen. Eine Anzahl Theologen in England und Amerika beabsichtigt, eine neue Übersetzung des alten Testaments herauszugeben. Sie soll „ohne Furcht und ohne Vorurteil nur unter der Leitung des Lichtes der Wissenschaft" unternommen werden. Die Oberleitung hat der Professor der Theologie an der St. John Hopkins Universität in Baltimore, Haupt. An deutschen Mitarbeitern sind u. a. Professor Wellhausen in Güttingen und Professor Delitsch in Breslau, an jüdischen Claude Montefiore und I. Abrahams in London hinzngezogen worden. — In der Beilage der „Allgemeinen Zeitung" berichtet E. Nestle-Ulm: Mrs. Levys, die glückliche Entdeckerin der syrischen Evangelienhandschrift vom Sinai, welche mit ihrer Schwester Mrs. Gibson in diesem Frühjahr znm vierten mal im Orient lvar, ist auch diesmal vom Glück begünstigt gewesen. Unter hebräischen Handschriften, die sie iiv Jerusalem erwarben, fand sich auch ein Blatt des Sirach. Seit fast 2000 Jahren ist der hebräische Text dieses biblischen Buches bis ans 40 Citate, die man aus dem Talmud gesammelt hat, in der Kirche verloren gewesen. Man besaß nur die griechische Übersetzung, welche der Enkel des Verfassers im 38. Jahr des Energetes, d. h. im Jahr 132 vor Christus angefertigt hatte. Unglücklicherweise gehen aber all unsre Handschriften dieses griechischen Textes, von denen bis jetzt gegen 20 näher bekannt sind, a'uf ein einziges Original zurück, in welchem in sehr alter Zeit durch irgend einen unglücklichen Zufall zwei Blätter versetzt worden waren. Mit Hülfe der altlateinischen Übersetzung, welche, vielleicht unter Berücksichtigung des hebräischen Originals, aus einem noch unzerstvrten Exemplar der griechischen Übersetzung gemacht wurde, hat der Philolvg Sauppe dies vor Jahren nachgewiesen. Daneben kannte man seit dem 16. Jahrhundert eine syrische Übersetzung, und es war lange Streit unter den Gelehrten, ob ihr Verfasser noch direkt das hebräische Original oder auch schon nur die genannte griechische Übersetzung zugrunde gelegt habe. Aus diesen zwei beziehunngsweise drei Quellen das verlorene Exemplar herznstellen, ist und war eine äußerst anziehende, keineswegs durchaus leichte Aufgabe für Orientalisten. Dem Prof. Bickell in Wien, früher in Innsbruck, ist dabei die schöne Entdeckung geglückt zu erkennen, daß im Schlußkapitel des Buches die Verse nach der Reihenfolge des hebräischen Alphabets geordnet sind. Das neugefnndene Stück ist nur ein Papierblatt, ungefähr Vk Zoll hoch und breit, in 2 Spalten ilud scheint nach der ersten kurzen Mitteilung in der „Academy" vom 16. Mai nicht etwa bloß tal-

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