Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1896)
- Date
- 1896-08-01
- Page
- Seite 188 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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188 einen zukünftigen Stern. — In Amsterdam wurde unter großer Beteiligung weiterer Kreise das 40jährige Amtsjubilänm des Herrn Oberkautors Isaac Heymann gefeiert. Den gesanglichen Teil führte der Verein „Davidsharfe" aus. Herr Rabbiner Onderweiser hielt eine Rede über „Volksstimme — Gottesstimme." Der Jubilar gab in seiner Rede einen Rückblick auf seine Amtsthätigkeit, die in ein schönes hebräisches Gedicht ausklang. — Die Jury der Kunstausstellung in Sudapest hat die goldene Medaille dem Maler Leopold Horovih zuerkannt. — Man meldet aus Knkarest: Hronislav Hnbermann begeisterte mit seinemMeisterspiele seit zwei Monaten ganz Rumänien. In Bukarest selbst gab er sechs ausverkaufte Koncerte, was bisher noch keinem Künstler gelang. Besonders die kunstsinnige Königin zeichnete ihn wiederholt durch verschiedene kostbare Geschenke aus und am 22. Mai, am Tage des Krönungsjubiläums, wurde Hubermann vom König zum Kammervirtuosen ernannt. Interessant ist ferner, daß die Königin zum Andenken für sich ein Porträt Hubermann's malte, welches ihn mit Flügeln darstellt. Auf seine Frage, was diese zu bedeuten hätten, antwortete die Herrscherin: „Wer so Bach spielt wie Du, der ist ein Engel." In das Album Hubermanns schrieb sie: Die Seele ist kein Kind, die schreitet groß Von Anbeginn dahin durch Erdenkleiuheit Und kommt ein Sonnenstrahl aus Gottesschooß Von Menschen unberührt in Himmelsreinheit. Darum hat über Alle sie Gewalt, Weil kindlich rein sie durch Aeonen alt. Carmen Sylva. — Am 15. Mai feierte Herr Professor Dr. Solomon Indassoh» das Jubiläum seiner 25jährigen Lehrthätigkeit am Königlichen Konservatorium für Musik in Leipzig. — Man berichtet: Das Deutsche Theater in Berlin brachte ein neues Stück zur Aufführung: „Zu Hause" von Georg Hirschfeld. Hirschfeld schildert in diesem Stücke eine jüdische Familie aus dem Mittelstände — aber was für eine. Die Kritik nennt „Zu Hanse" eine vorzügliche Studie, die aber nichts Dramatisches in sich trage und das nonum prematur in anum verdiene; wir müssen eine Darstellung derartigen „jüdischen Familienlebens" auf's schärfste verdammen. Hat Hirschfeld, wie es wahrscheinlich ist, einen bestimmten Fall im Auge gehabt, so durfte er ihn deswegen nicht zum typischen machen. — Im diesjährigen Salon auf den Champs Elysees in Paris finden sich eine ganze Anzahl von Bildern, die jüdische Gegenstände behandeln. Besonderes Aufsehen erregt „ein Jsmael in der Wüste" von Mme. Deinont-Breton, der sich besonders durch die vorzügliche Zeichnung der Frauengestalt von Hagar auszeichnet. Die Malerin, Christin, ist Vorsitzende des Vereins der Pariser Malerinnen. Als bemerkenswerte Werke mit jüdischem Thema nennen wir „Daniel in der Löwengrube" von Tanner, ferner die „Auffindung Moses" von Lalire, „einen weißbärtigen Rabbiner