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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-07-01 · Heft 7 (1.7.1896) · p. Seite 165

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 7 (1.7.1896)
Date
1896-07-01
Page
Seite 165 (sequence 21)
Language
German
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165 wurde, was sowohl uns als dem ganzen deutschen Vaterlande Schaden gebracht hat, aber wenn wir die Bilanz ziehen, so überwiegt doch die positive Arbeit der Juden die negative — nur daß letztere mehr an der Oberfläche, erstere mehr in der Tiefe zu finden, daher nicht so auffallend und bekannt ist. Und wir sollten nach nahezu einem Jahrhundert freudiger Mitarbeit an deutscher Kultur alles was wir geleistet, im Stiche lassen und uns in einen nationalen Schmollwinkel zurückziehen! Aber wir haben nicht nur gegeben, wir haben auch empfangen! Und was wir empfangen haben, hat auf unser geistiges Leben in Religion, Sitte und Art — auch bei den Orthodoxen — mächtig eingewirkt. Und dankbar wollen wir, was unser deutsches Volk und Vaterland uns gegeben, anerkennen. Freilich! der Dank gebührt der früheren Generation, an die gegenwärtige haben wir keine Dankesschuld abzutragen. M. H.! Wie ich bereits früher sagte, unsere Situation ist bedenklich — das ist nicht zu bestreiten — und sie kann noch schlimmer werden. Vergessen wir jedoch nicht, daß das Judentum schon furchtbarere Stürme überstanden hat. Es war alles schon einmal da! — auch der Verlust durch Übertritt zum Christentum. Zu Hunderten und Tausenden hat dieser in früherer Zeit stattgefunden, freilich, nicht freiwillig wie jetzt, sondern gezwungen. Und dennoch hat das Judentum immer wieder neue Blüten getrieben. Noch ein weiterer Trost bleibt uns: die Thatsache nämlich, daß die Rückschläge im Geschicke der Juden sie vor sittlicher Fäulnis und geistiger Trägheit bewahrt haben. Dieselben haben im Gegenteil dazu beigetragen, uns zum Kampfe nm's Dasein tüchtiger zu machen und auch eine sittliche Einkehr zu bewirken. Verlieren wir die Hoffnung nicht! Auf die Sturmflut der nationalen und sozial-ökonomischen Kämpfe und Gegensätze, wel ch jetzt die Welt beherrschen und unter denen wir Juden am meisten leiden, wird auch wieder einmal ruhige See folgen, die es uns ermöglicht, das Schifflein des Judentums ungefährdet dem Ziele zuzuführen, das ihm von der Vorsehung bestimmt ist. Die Wunder der Wibet im Lichte der Kritik. Von * * * (Schluß.) Nun hören wir aber schon ängstliche Gemüter entrüstet ausrufen: Wie? Diese Auffassung des biblischen Wortes sollte die richtige sein; sie sollte uns wirklich zu einer gerechten Würdigung der heiligen Schrift hinführen können? Wird nicht gerade im Gegenteil durch diese Anschauung der heilige Glorienschein zerstört, mit welchem das Buch der Bücher stets umgeben war? Nun, wir teilen die letztere Befürchtung keineswegs, sondern sind allerdings der Meinung, daß

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