Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1896)
- Date
- 1896-07-01
- Page
- Seite 160 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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160 tuations- und Stimmungsbilder, voil denen ich mir wenigstens einige Ihnen vorzuführen gestatte. So heißt es z. B. in der November - Nummer der in Berlin erscheinenden Monatsschrift „Zion" in einem Berichte ans Wien: Mittivoch, den 16., N.-M., fand eine diesjährige ordentliche Plenar-Versammlung der „Kadimah" statt, in welcher der abtretende Präses Di'. Armin Meyer den Rechenschaftsbericht über das abgelanfene Jahr erstattete. Aus dem Berichte sei nur erwähnt, daß Kadimah drei „alte Herren" ins Philisterium gesendet und vierzehn Füchse rezipieret hat, die der Hoffnung Ausdruck zu geben gestatten, daß die Kadimah ihre Führerrolle an der Spitze der jüdischen Studentenschaft auch fürderhin behaupten wird .... Der nunmehrige Präses Dr. Gerbet betonte in seiner Propaganda, daß die „Kadimah", ihrer Vergangenheit getreu, die jüdisch-nationale Idee auch künftighin trotz der mannigfachsten Anfeindungen, die in letzter Linie nicht nur Nichtjuden als Urheber hätten, Hochhalten und nach Kräften propagieren werde. Er teilt ferner mit, daß die Absicht, die ganze jüdische Studentenschaft wehrfähig zu machen, vorläufig wegen — Geldmangels nicht realisirt werden könne." . . . In der Augustlinmmer derselben Monatsschrift finden wir einen Bericht über die Tischeh-b'Ab-Feier der jüdisch-nationalen akademischen Vereinigung Hasmonaea zu Czernowitz. Da heißt es z. B.: „Die Gedenkrede hielt Herr stuck. fiir. Kominer, in welcher er in ergreifenden und zu Herzen gehenden Ursachen die Zerstörung Jerusalems vor Augen führte. Von dieser selben Studenten-Verbindnng heißt es in Nr. 1 der „Zion": „Die jüdisch-nationale akademische Verbindung „Hasmonaea" in Czernowitz ist die einzige Körperschaft, die mitten in der Hochflut der Assimilation im Osten der österreichisch-nngarischen Monarchie die Fahne des Nationalismus aufgerollt, und durch Wort und Schrift rastlos und unverblümt für die Propagirung der jüdisch-nationalen Idee thätig ist. Am 26 Januar war es Herr stuck. zur. Mayer Schifter, Mitglied der genannten Verbindung, der mit einem Vortrage: „Die moderne jüdische Jugend" auf dem Plane des Kampfes für Juda's Ideale anftrat. In lichtvoller Darstellung führte der Vortragende den dickhäutigen Jndifferentalismns vor Augen, deckte seine Schäden auf und gelangte zu dem Schluffe, daß die jüdische Jugend aus dem Volke für das Volk wirken und schaffen soll. Wirken und schaffen auf eigener jüdischer Basis, für das eigene jüdische Wohl. Der nachhaltige Eindruck, den der Vortrag auf die Anwesenden machte, berechtigt zur Hoffnug, daß allerwärts — tvenn auch spät, der Nationalismus doch Wurzel fassen wird. Mit einem feurigen Appell, sich doch selbst zu achten und nicht fremden Nationen nachzubuhlen, schloß Redner, von den zahlreich erschienenen Gästen, darunter auch Universitäts-Professor Sbiera aufs wärmste beglückwünscht." . . . Am interessantesten ist ein Bericht des Wiener Korrespondenten der „Jüdischen Presse,, v. 24. Februar. Da heißt es z. B.: „Am 20. d. M. wurde in