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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-06-01 · Heft 6 (1.6.1896) · p. Seite 143

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 6 (1.6.1896)
Date
1896-06-01
Page
Seite 143 (sequence 23)
Language
German
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143 mit Interesse entgegengenommen wurden. Der Vortrag, sowie die exponirten Bilder fanden vielen Beifall. — In Tunis hat die Regierung während der beiden letzten Monate eine künstlerischen und indnstriellen Konkurs eröffnet. Dabei haben 9 Juden Medaillen, 5 Ehrendiplome und ehrenvolle Erwähnung erhalten. Salomo« Sitruk und Hat Belhansen, wurden mit dem Nischam Jftichar-Orden dekorirt. — Bei der Kunstausstellung in Rio de Janairo erhielt die Malerin Worms die große goldene Medaille, und zugleich hat die brasilianische Regierung zwei ihrer Gemälde für das Staatmuseum angetanst. MeseraLe und WittheiL'ungen. L«8 Loisirs d’nn Rabbi n par Simon Levy, Rabbin ä Schirchoffen (Alsace). Paris, C. Levy 1895, 222 S. kl. 8°. Man sieht es dem unscheinbaren, in äußerst bescheidenem Gewände auftretenden Büchlein nicht an, welch' zum großen Teil wertvollen und vielseitigen Inhalt es in sich birgt. Doch schon ein flüchtiger Blick auf die über '/s hundert meist recht kurz und knapp gehaltenen Betrachtungen, an die sich die Besprechung einiger Schriften über das Judentum und jüdische Gebräuche anschließen, läßt den Leser viel des Interessanten erwarten. In der That hat Herr Rabbiner Levy eine große Reihe zeitgemäßer, für jeden Juden interessanter Fragen in den Bereich seiner Betrachtungen gezogen und dieselben in vorurteilsfreier Weise vom Standpunkt des gläubigen Juden aus beleuchtet. Dabei scheut er sich auch nicht, gelegentlich auf offenbare Mißstände im Judentume hinzuweisen, zu denen er als eifriger Bekenner desselben jedenfalls eher berechtigt ist, als so mancher Nörgler, der von außen nur die Schattenseiten sehen will. .Während er sodann naturgemäß für die Rechte der elsässischen Juden im Besonderen eintritt, läßt er dabei doch auch die traurigen Zeitverhältnisse nicht aus dem Ange, unter denen die gesammte Judenheit, besonders in Deutschland, zu leiden hat, und ein Vergleich mit der Lage der französischen Juden, besonders die Stellung der dortigen Rabbiner, ist für die Juden Alt-Deutschlands ja recht lehrreich. Unter dem vielen Guten einzelnes Beste herauszuheben, das hieße, dem guten Reste Unrecht thun. Darum sei hier nur auf eine kurze Betrachtung „aus Anlaß der Geschichte Josephs" (S. 75—78) hingewiesen, die nicht nur dem gemütvollen Verfasser kennen lehrt, sondern auch einige recht beherzigenswerte Winke für alle Glaubensgenossen enthält. Aber auch wer einige Stunden seiner Muße den „Mußestunden" des Rabb. Levy aus Schirhoffeu opfert, wird mit uns gewiß dem Verfasser für seine interessanten und lehrreichen Ausführuugeu vielen Dank wissen. Dr. F. M.

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