Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1896)
- Date
- 1896-06-01
- Page
- Seite 144 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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144 Man berichtet uns: Es dürfte den Lesern Ihrer Blätter die Nachricht nicht unwillkommen sein, daß von der „Real-Encyclopaedie des Judentums" resp. Bibel und Talmud, herausgegeben von Dr. I. Hamburger, Landesrabbiner in Strelitz (Mekleuburg), die ersten 4 Hefte ü 10—11 Bogen stark, Großlexikonformat, Preis 2 Mark 50, erschienen sind. Druck und Ausstattung läßt nichts zu wünschen übrig. Anmeldungen auf dieses Werk werden in jeder Buchhandlung oder direkt beim Verfasser cntgegengenommmen. Die Anschaffung dieses gediegenen Werkes, einer Fundgrube alles Wissenswerten in Bezug auf das Judentum sei hiermit bestens empfohlen. Im Verlage von I. Kauffmann in Frankfurt a. Main ist erschienen: Jüdisch-spanische Chrestomathie von M. Grünbanm. Mit der Bezeichnung „jüdisch-spanisch" benennt man die Litteratur, welche als Sprache eine Mischung spanischer und jüdischer Elemente enthält und zwar ist in derselben sowohl die Sprache als auch der Inhalt spanisch, die Schrift die Form hingegen jüdisch. Aber auch die Sprache ist mit hebräischen Wörtern untermischt. Vom sprachgeschichtlichen Standpunkte schon erregt diese Litteratur die gewöhnlich „Ladino" oder „Espanol" genannt wird ein großes Interesse, zumal in derselben altspanische Wörter Vorkommen, die ans der Schriftsprache längst verschwunden sind und sich nur hier noch erhalten haben. Hebräisch sind zumeist die dem höheren geistigen Leben angehörenden Ausdrücke. Unter den in den Schriften vorkommenden altspanischen Wörtern finden sich viele, die in den spanischen Wörterbüchern nicht verzeichnet sind. Was nun das jüdisch-spanische anlangt, so ist es seit der Vertreibung der Juden aus Spanien, die Muttersprache derselben im ganzen Orient, in Rumänien, Bulgarien, sowie in einigen deutschen Städten. In Wien lebt eine solche spanisch-jüdische Colonie. Die Litteratur umfaßt Bibelübersetzungen Gebetbücher, biblische Geschichte, Pirke-Abot und Philosophie, wie Bachjas „Herzenspflichten", humoristische und unterhaltende Schriften und allgemeine Geschichte. Nicht zutreffend ist was der Herr Verfasser (S. 5) schreibt, daß das jüdisch-deutsche, das er zur Vergleichung heranzieht, außer Gebrauch gekommen ist, da Schriften in diesem Idiome ja sogar Zeitschriften täglich erscheinen. Inhalt: Der Zweikampf, Predigt, gehalten am 25. April 1896 von Dr. Frank, Rabbiner der Synagogen-Gemeinde Köln. — Die Wunder der Bibel im Lichte der Kritik. Bon * * *. — Professor Franz Delitzsch s. A. über Dr. S. Baer. — Eine Anregung. — Aus dein westfälischen Gemeindeverband. — Monatsschau — Theater, Musik und bildende Kunst. — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Anffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.