Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1896)
- Date
- 1896-06-01
- Page
- Seite 136 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2969669-2969823-2969830--4796-2974072- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
136 Folge dessen meldete der Rabbiner denselben Lehrer nach einer bei ihm vorgenommencn Prüfnng in seinem Berichte an den Oberrat als Erreger von Zweifel sucht bei den Schülern, weil er dieselben als wahrheitliebender, ehrlicher Mensch nicht lehren wollte und konnte, daß wir allen Ernstes bald nach Jerusalem zu kommen hoffen, um als Gottesverehrung Tiere zu schlachten und zu verbrennen. Wir haben von dieser. Mitteilung Notiz genommen, und freuen uns constatieren zu können, daß Herr Rabbiner Dr. Lewin in Freiburg jetzt ebenso denkt wie jener Verderber der Jugend; denn er schrieb am 19. Februar 1896 selbst : Darum sollen wir Wahrheit reden und wahr sein in unserem Beten. Wer nach Palästina nicht zurückwandern will, soll nicht um Zurückführung dorthin bitten. Wer Schlachtopfer nicht bringen will, soll die Erbauung eines Tempels nicht erflehen, in welchem solche Opfer geschlachtet werden. — Der vierzehnte Bericht der Lehranstalt der Wissenschaft des Judentums in Berlin ist ausgegeben worden. Derselbe enthält zunächst eine Abhandlung von Professor Steinthal; „Zur psychologischen Grundlage der Unterrichts-Lehre", zu deren Lob auch nur ein Wort zu sagen wohl als überflüssig erscheinen dürfte; ferner die wahrhaft beherzigenswerte Trauerrede, welche Herr Rabbiner Dr. Maybaum an der Bahre des verewigten Dozenten Dr. Joöl Müller gehalten. Die Zahl der Hörer hat betragen: Im Sommersemester 1895: 29, im Wintersemester 1895/96: 31. Die Einnahmen betrugen 30 124,85 Mark, die Ausgaben 16188,85 Mark. Die Einnahmen der Stipendienkasse betrugen 8266,60 Mark, die Ausgaben 3525 Mark. — Der Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen „Achaiva" in Frankfurt a. M. versendet seinen 31. Rechenschaftsbericht für das Jahr. 1895. Die Zahl der aktiven Mitglieder betrug Ende 1894, 353. Neu ausgenommen wurden 11 Herren, so daß die Zahl der aktiven Mitglieder sich am 31. Dezember 1895 auf 355 beläuft. Das Vereinsvermögen beträgt nach Abzug der zur Verteilung kommenden Summe 212 059,65 Mark gegen 204 835 Mark im vorigen Jahre. — Der Ausschuß des Verbands der Synagogengemeinden Westfalens hat eine Gutachtensammlung, das Vogelsteinsche Gebetbuch betreffend, herausgegeben. Dieselbe enthält Gutachten der Herren Rabbiner DDr. L. Blumenthal-Franksurt a. O., Tobias Cohn-Potsdam, Kayserling-Budapest, Levy-Gießen, Lewin- Freiburg i. B., Maybanm-Berlin, N. Porges-Leipzig, Cäsar Seligmaun-Hamburg, Selver-Darmstadt, Silberstein-Wiesbaden, Singer-Koblenz, Wolfssohn-Stargard i. P., Ziegler-Karlsbad und des Herausgebers dieser Blätter, sowie zwei Schreiben der Herren Rabbiner Dr. Blumenstein-Luxemburg und Dr. Rippner-Glogau. Hoffentlich werden diese Gutachten auf die Gemüther beruhigend wirken, die durch fanatische Ausbrüche der Orthodoxie aufgeregt wurden. — Der diesmalige Preis der Rappapotstiftung in Wie» ist Herrn Dr. M. Grnuwald, Prediger in Ham-