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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-06-01 · Heft 6 (1.6.1896) · p. Seite 134

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 6 (1.6.1896)
Date
1896-06-01
Page
Seite 134 (sequence 14)
Language
German
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134 eine Nummer des „Israelit" zur Hand zu nehmen und dort die ausgeschriebenen „guten" Stellen uachzulesen, welche, Wenns hoch kommt, mit 900 Mk. dotiert sind. Die natürliche Folge davon ist, daß das Lehrermaterial in Westfalen um vieles höher steht, als die Durchschnittsreligionslehrer orthodoxer Gemeinden, insbesondere auf dem Lande. Denn während letztere zum großen Telle vor allem im Osten, weder eine fachmännische Vorbildung genossen, noch eine staatliche Prüfung abgelegt haben, ist in Westfalen kein einziger Lehrer thätig. der nicht ein Seminar besucht und seine staatliche Prüfung abgelegt hätte. Diese Thatsache wurde ja bei der Gründung des deutsch-israelitischen Lehrerbundes durch das Verhalten der Orthodoxie, welche auch den ungeprüften „Religionslehrern" gleiche Rechte mit den übrigen eigerüumt wissen wollte, so drastisch illustriert, daß es eigentlich überflüssig ist, ein Wort hinzuzufügen. Wir meinen, die orthodoxen Herren, welche fortwährend über „Chillul haschem" schreien, hätten gerade genug zu thun, wenn sie zunächst vor ihrer eigenen Thüre kehren und die skandalösen Zustände bei ihrem eigenen Religionsunterrichte und ihren eigenen sogenannten „Religionslehrern" beseitigen wollten. — Schließlich sei noch erwähnt, daß die vom Verbände herausgegebene Gutachtensammlung über das Vogelsteinsche Gebetbuch in den weitesten Kreisen schon wegen der Qualität der Gutachter freudige Genugthuung hervorgerufen hat. Wie wohlthuend wirken diese klangvollen Namen gegenüber den zahlreichen obskuren Winkelrabbinern, welche in der orthodoxen Gutachtensammlung als „die bedeutendsten Rabbiner des In- und Auslandes" paradieren. Wonatsschau. Vom Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes geht uns folgende, von den Herren Prof. Dr. Philippson und Theodor Lustig Unterzeichnete Mitteilung zu: „In der Ausschußsitzung vom 26. März hat unser bisheriger geschäftsführender Vorsitzender Herr Geheimrat Dr. Kristeller zu unserem lebhaften Bedauern aus Rücksicht auf sein vorgeriicktes Alter und seinen Gesundheitszustand sein Amt endgiltig niedergelegt. Bis zum statutenmäßigen Zusammentritt des Gemeiudetages, der für den 21. Juni in Aussicht genommen ist, ist die Neuwahl eines Vorsitzenden hinausgeschoben und die Führung der Geschäfte unter mehrere Mitglieder des Ausschusses verteilt. Mit seinem seit so langen Jahren bewährten Opfermut hat Herr Geheimrat Kristeller auch ferner seine gütige Mitwirkung nach Maßgabe seiner Kräfte zugesagt." — Man berichtet: Die von Herrn Landesrabbiner Dr. Freudenthal für den 6. April nach Dessau einberufene erste Ver-

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