Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1896)
- Date
- 1896-05-01
- Page
- Seite 112 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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112 Coustantin Schuster, spendete jüngst 100 000 Gulden zur Errichtung eines Spitals in welchem Kranke ohne Unterschied der Konfession Aufnahme finden sollen. — In Bielitz ist Dr. M. Steiner vom jüdischen Seminar in Budapest zum Rabbiner gewählt worden. — Der Mendelssohn-Verein in Wien, der im vorigen Jahre gegründet wurde, fängt an reges Leben zu entfalten. Am 21. März fand der erste Vereinsabend statt, an welchem die Herren Dr. Bernhard Münz und Eduard Knlke Vorträge hielten. Wir werden auf die Thätigkeit dieses Vereins, über den uns Berichte zugehn, noch öfter zu sprechen kommen. — In Triest starb am 9. März im 58. Lebensjahre Baron Marco Morpurgo. Er war eine der hervorragendsten Persönlichkeiten Triests und auck in Wiener Regiernngs- und parlamentarischen Kreisen in Folge seiner von 1878 bis 1891 dauernden Stellung als Präsident des österreichischen Lloyd außerordentlich bekannt. — In Nyiregyhaza starb am 4. März Dr. Ignaz Hcuman» im Alter von 54 Jahren. Dr. Heumann war einer der tüchtigsten und unerschrockensten Verteidiger in dem denkwürdigen Tißa-Eßlärer Blutprozesse. — Herr I. Spitzer schreibt uns: Seit der Reception scheinen die ungarischen Orthodoxen sich mit der Idee der Vereinigung mit den Neologen, zu befreunden und zwar wegen der einheitlichen Organisation der ungarischen Judenheit. Für die Union mit den Neölogen bricht der Karczager orthodoxe Oberrabbiner Herr Schlick eine Lanze. Er ist mit Leib und Seele Unionist, und wünscht nur daß die Vereinigung der seit 28 Jahren stets in Fehde befindlichen zwei großen jüdischen Parteien mittelst folgender Bedingnisse sanctionirt werden möge. 1. Gründung jüdischer Gymnasien, damit die Heranwachsende Jugend die Sabbatfeier nicht entweihe. 2. Gründung eines achtklassigen Obergymnasiums neben dem Budapester Rabbiner-Seminar. Nach der hier stattfindenden Reifeprüfung sollen Schüler orthodoxer Richtung, so sie sich dem Seelsorgeramte tvidmen wollen — auch die Preßburger Rabbinerschule behufs Erlangung des Diploms besuchen können. 3. Kreirung von orthodoxen Betgenossenschaften ohne die Einheit der Muttergemeinden zu gefährden — in solchen großem Gemeinden, wo der Gottesdienst mit Orgel und Chor stattfindet und wo dies ein Minjan schriftlich motivirt verlangt. Dies billige Verlangen des Herrn Oberrabbiners tvird hoffentlich von den Neolvgen Ungarns, die doch auch des unglückseligen Bruderkampfes bereits müde sind, ohne Schwierigkeiten acceptirt werden. — Am 9. Marz versammelten sich in Budapest 15 geistliche Führer der ungarischen Orthodoxen um die neue Lage nach der Reception unserer Confessio» zu besprechen. Bezüglich des ungarischen Milleniumsfestes beschlossen sie in den Synagogen Dankesgvttesdienste abzuhalten. Zu diesem Behufe verfaßten sie ein im klassisch Hebräisch geschriebenes Gebet, welches den orthodoxen Gemeinden mittelst Circular zugesendet wird. — In Laczhüza (Pester Com.) verschied am 12. März die durch ihre Wohlthätigkeit weit berühmte Frau Charlotte Bruck in hohem Alter