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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-05-01 · Heft 5 (1.5.1896) · p. Seite 113

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 5 (1.5.1896)
Date
1896-05-01
Page
Seite 113 (sequence 17)
Language
German
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118 Da der Soroksarer Rabbiner, zu dessen Sprengel Laczhaza gehört, eben krank war, und ein fremder Rabbiner zur Beerdigung nicht kommen konnte, so meldete sich der dortige evang. reform. Geistliche, die Grabrede halten zu wollen, welches seitens der Angehörigen mit Dank angenommen wurde, und so begleitete unter Glockengeläute der reformirte Geistliche von Laczhaza die jüdische Leiche bis zum Friedhofe, wo er zum zweiten mal eine zu Thränen rührende Abschiedsrede hielt. So sieht ungarische Toleranz aus. — Man berichtet: Große Sensation rief in jüdischen Kreisen zu Paris die Trauung eines Brautpaares in der Synagoge hervor, von welchem der Bräutigam, der Sohn einer Christin noch nicht in das Judentum ausgenommen war. Die Sensation war um so größer, als die Oberrabbiner von Frankreich und Paris bei der Zeremonie anwesend waren. — In Bordeaux ist eine jüdische Bibliothek eröffnet worden, deren Benützung jedem Gemeindemitgliede unentgeltlich freisteht. — Drumont's Geist fängt auch in London an zu spucken. Die „Quarterly Review", eine Zeitschrift, die nur noch von ihrer Vergangenheit zehrt, veröffentlichte vor einiger Zeit einen Artikel, „Der moderne Jude", welcher an Infamie, Frechheit und Verlogenheit kühn mit allen Produkten antisemitischen Schmähgeistes eoncurriren kann. Der Artikel machte Aufsehen und die Tagespresse hat denselben in entsprechender Weise abgefertigt. — Man berichtet ans England: Im Verlage von Clark erscheint demnächst ein neues biblisches Reallexikon. Der wohlbekannte Professor für rabbinische Wissenschaft an der Universität Cambridge, Herr S. Schechter, wurde eingeladen, den Artikel „Talmud" zu schreiben. -- Der neu errichtete Lehrstuhl für englische Litteratur an der Universität zu Oxford ist durch Mr. Israel Gollancz besetzt worden. — In Rom ist wegen seines hohen Alters Herr Oberrabbiner M. L. Ehrenreich in den Ruhestand getreten. Herr Rabbiner Leone Bocah der Herausgeber des „Corriere Jsraelitico" wurde zum Prediger gewählt. — Das Curatorium der jüdischen Schulen in Livorno hat im Verein mit den Leitern der Angelo Belimbau-Stiftung nachstehende Preisfrage zur öffentlichen Bewerbung gestellt: „Ob der Hebraiswus nach Art der übrigen Religionen des Altertums nur das Volk, welches sich zu ihm bekannte, im Auge hatte, oder vielmehr im Gegensatz zu dem gesamten Altertum, allein eine wunderbare Ausnahme bildend, das ganze Menschengeschlecht in seiner Conception umfaßt hat." An der Preisbewerbung können die Gelehrten aller Länder teilnehmen. Die Arbeiten müssen bis zum 16. November 1896 bei dem Direktorium der jüdischen Schulen eingereicht und in französischer oder italienischer Sprache abgefaßt sein. Der Preis beträgt 2700 Francs. — Auf der Versammlung des Amerikanisch-jüdischen Geschichtsvereins in Philadelphia wurde zum Präsidenten gewählt Mr. Oscar S. Strauß von New-Iork, der bekannte frühere Gesandte der Vereinigten Staaten in der Türkei. — Herr Max I. Köhler, Sohn des New-Iorker Rabbiners Dr. Köhler, ist zum Assistant

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