Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1896)
- Date
- 1896-05-01
- Page
- Seite 110 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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110 Elemente der Gemeinden, welche sich für berufen halten, gegen das neue Gebetbuch Front zu machen. Glücklicherweise ist bis heute durch diese Agitation die Verbreitung des Gebetbuches nicht beeinträchtigt worden; dasselbe ist trotz aller gegnerischen Manipulationen bereits in mehr als 3000 Exemplaren verbreitet, und zwar nicht allein in Westfalen, sondern auch in anderen Bezirken Deutschlands. Ja, noch mehr: Von dem zweiten Teil des Buches, die Gebete für die Hochfeste enthaltend, dessen Einführung man gerade durch die heftige Gegenagitation zu hintertreiben hoffte, sind bereits jetzt, obgleich das Werk erst im Juli im Buchhandel erscheint, 1700 Exemplare fest bestellt, so sehr war man in den beteiligten Gemeinden nach eingehender Prüfung des ersten Teiles von vorneherein von der Trefflichkeit auch des zweiten Teiles überzeugt. — Im Laufe der nächsten 14 Tage wird nun noch, um das Buch in den Schulen allgemein zur Einführung bringen zu können, eine billige Schulausgabe desselben erscheinen, welche als Anhang einen Auszug aus den „Sprüchen der Väter" und die Gebete für den Jugendgottesdienst enthält. Wir zweifeln nicht daran, daß das Buch bei seinem voraussichtlich sehr billigen Preise bald die weiteste Verbreitung gefunden haben wird. — Von Interesse wird für die Freunde des Verbandes schließlich auch die Mitteilung sein, daß die Zahl der Verbandsgemeinden im verflossenen Jahre wiederum gestiegen ist, und zwar von 36 auf 38. Die Vereinigung hat sich somit seit ihrer vor fünf Jahren erfolgten Gründung in ihrer Mitgliederzahl fast verdoppelt. Damals traten nur 22 Gemeinden dem Verbände bei, heute gehören 38 Gemeinden, darunter alle namhaften Gemeinden der Provinz, dem Bunde an. Wir sind überzeugt, daß derselbe auch in den nächsten Jahren in der gleichen Weise wachsen und wie seither zum Heile des Judentums wirken wird. Wonatsschau. Die theologische Fakultät des Hcbrew-Union College in Cincinnati hat Herrn Prof. Dr. Moriz Steinschneider anläßlich seines 80. Geburtstages zum Doktor der Theologie (Doctor of Divinity) ernannt. — Im Verlage von S. Calwary u. Comp, in Berlin erscheint: Zeitschrift für hebräische Bibliographie, welche ein Central-Organ für die gesamte jüdische Wissenschaft sein soll. Diese Fortsetzung der bibliographischen Zeitschriften von Moritz Steinschneider und Dr. N. Brüll ist ein Bedürfnis sowohl für die Wissenschaft als auch für den Buchhandel. — Von Bedeutung ist eine Stelle in Geigers Briefen an Dörenbourg (1833—42) die also lautet: Eines ist es das den Grundgedanken hergiebt, Nachweisung, wie Alles, was sich vorfindet ein Gewordenes ist und keine bindende