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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-05-01 · Heft 5 (1.5.1896) · p. Seite 109

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 5 (1.5.1896)
Date
1896-05-01
Page
Seite 109 (sequence 13)
Language
German
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109 Aus dem westfälischen Kemeindeverbande. (Wir werden unter dieser Rubrik in Zukunft regelmäßig Mitteilungen aus dem westfälischen Gemeindeverbande bringen, welcher in seinem Kreise dieselben Ziele verfolgt, die wir seit Bestehen unseres Blattes in diesem vertreten haben. Die Redakt.) Der Verband der Synagogen-Gemeinden Westfalens hat auch in den letzten Monaten eine rege Thätigkeit entfaltet. Die jüngste Ausschußsitzung, in der verschiedene wichtige Verbandsangelegenheiten — wir meinen hier nur die Frage der Einführung des II. Teiles des neuen Gebetbuches — eingehend erörtert wurden, hat am 19. Januar d. I. in Dortmund stattgefunden. Ferner hielt am 1. März d. I. die Kommission zur Beratung des Statutenentwurfs für die zu gründende Beamtenpensionskasse eine Sitzung ab, in welcher auf Grund der vom letzten Gemeindetag gemachten Abänderungsvorschläge der Statuten-Entwurf einer gründlichen Durchberatung unterzogen und entsprechend umgearbeitet wurde. Derselbe wird nunmehr in seinem neuen Gewände dem diesjährigen Gemeindetag vorgelegt und hoffentlich einstimmig angenommen werden. Das Gelingen des ganzen Werkes dürfte im übrigen schon durch d i e Thatsache gesichert sein, daß bereits 16 Gemeinden und zwar die materiell leistungsfähigsten, sich bereit erklärt haben, der Pensionskasse beizutreten. Es braucht wohl nicht besonders betont zu werden, daß diese Kasse kein Konkurrenzunternehmen gegenüber den bestehenden Kassen werden soll, deren segensreiche Wirksamkeit jeder bedingungslos anerkennen muß; sie will vielmehr ausschließlich die auf diesem Gebiete bereits vorhandenen Institutionen wirksam ergänzen, indem sie im Gegensatz zu letzteren nicht die Lehrer unterstützen, sondern die Gemeinden in den Stand setzen will, ihre Beamten zu pensionieren. Es soll also durch dieseKasse di« moralische Verpflichtung der Gemeinden gegenüber ihren Beamten in die That umgesetzt werden. Damit ist aber zugleich gegeben, daß das Prinzip, auf welchem diese Kasse ruht, ein wesentlich anderes ist, als dasjenige, welches den bereits bestehenden Kassen zu Grunde liegt, und schon aus diesem Grunde ist eine Konkurrenz mit denselben vollständig ausgeschlossen. — Einer besonderen Aufmerksamkeit hat sich der Verband seitens der jüdischen Orthodoxie zu erfreuen, welche das von ihm veranlaßte und von Herrn Dr. Vogelstein bearbeitete neue Gebetbuch teils in der Presse, teils in besonderen Schriften fortgesetzt zu schmähen und zu diskreditieren sucht. Thatkräftig unterstützt wird die Orthodoxie in diesem Bestreben durch eine Anzahl von ignoranten Schreiern, welche gerne eine Rolle in den Gemeinden spielen möchten, und gerade die Gebetbuchfrage für geeignet halten, um durch dieselbe ihre verkannten Fähigkeiten ins rechte Licht zu setzen. Dabei sind es durchweg die geistig inferioren

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