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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-05-01 · Heft 5 (1.5.1896) · p. Seite 107

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 5 (1.5.1896)
Date
1896-05-01
Page
Seite 107 (sequence 11)
Language
German
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107 Viel wichtiger erscheinen dem Verfasser die Thatsachen, daß Behörden die „Sulamith" beachteten. Die königl. Preußische Regierung in Arnsberg, mit welcher der Herausgeber in keinerlei Verbindung stand, erließ an den Rabbiner Hirsch Cohn zu Gesecke folgendes Rescript: „Bekannt mit Ihrem lobenswerthen Bemühen, Ihre Glaubensgenoßen auf eine höhere Stufe der Bildung zu fördern, theilen wir Ihnen anliegend die Zeitschrift „Sulamith" 4. und 5. Jahrgang 22 Hefte mit, um solche unter den Israeliten zu verbreiten. Die Zurücksendung dieser Stücke zur Aufstellung in der Büchersammlung, erwarten wir nach Jahresfrist. Arnsberg, den 10. September 1819. Königl. Preußische Regierung v. Oüernburg. Tach. Salqueu." Von Interesse dürften die Urteile DlMi's und des Professor Michaelis über das Ansehen der „Sulamith" sein. Dohm, der Verfasser des bekannten Werkes: „über die bürgerliche Verbeßerung der Juden", schrieb an Fränkel u. A. Folgendes: „Herr S. wird Ihnen bereits gesagt haben, wie angenehm mir das Geschenk Ihrer Sulamith gewesen sei, welches Sie mir mit Ihrem Briefe vom 5. v. Monats übersandten. Nachdem ich jetzt dieses Werk genauer durchzusehen die Zeit gehabt, sage ich Ihnen um so mehr meinen verbindlichsten Dank. Sie haben interessante Gegenstände auf eine interessante Art hehandelt und Ihre Bemühungen werden gewiß von Nutzen sein, sowohl um die noch immer so sehr herrschenden, tiefeingewurzelten Vorurteile auszurotten, als auch zu inneren sittlichen Ausbildung der Israeliten selbst beizutragen. Fahren Sie also in Ihrem rühmlichen Bestreben fort". Professor Michaelis wendet sich an Fränkel mit folgenden Zeilen: „Ihre lobe Ihre Wahl der goldenen Mittelstraße in religiösen Dingen, weil der menschliche Geist sich zu lauter Extremen zu neigen gewohnt ist. Es geht mir in der That nahe, daß ich wegen meiner Augenschwäche u. s. w. weitläufigen gerehrten Briefwechsels, gelehrten Fragen, Bitten: arabische, persische, indische Münzen, Siegel und Inschriften-zu übersetzen, mich außer Stande befinde, Ihnen Beiträge zu liefern. So ermunternd und fördernd diese vielfachen Anerkennungen auf den Herausgeber wirken mußten und ihn« eine ideale Entschädigung für seine Mühe gewährten, so traurig ist es zu hören, daß die Teilnahme und das Interesse im eigenen Lager nicht in wünschenswerther Weise vorhanden war. Gleich in den ersten Jahrgängen klagt Fränkel: „. . . . Wir werden uns bestreben*) dieselbe (die Slllamith) noch zweckmäßiger einzurichten und so viel als möglich zu vervollkommnen. Da uns übrigens wegen des bis jetzt erschienenen ersten Jahrgangs ') Jahrgang II.

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