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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-04-01 · Heft 4 (1.4.1896) · p. Seite 91

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 4 (1.4.1896)
Date
1896-04-01
Page
Seite 91 (sequence 19)
Language
German
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91 deren Stellvertreter durch Herrn Justizrat Mayer statt. Er sagte unter Anderem: Das Leben verlange seine Rechte und wir müßen dafür sorgen, daß auch in dieser neuen Zeit unfern Kindern und den kommenden Geschlechtern das Judentum erhalten werde. Der Redner behandelte alsdann das religiöse Leben in der Geineinde. Es müsse alles daran gesetzt werden namentlich die Jugend im Glauben der Väter zu erhalten. Nicht aber dürfe man den Wagen zurückschieben, sondern dem Geiste der Zeit Rechnung tragen. Wo ein Bedürfnis nach religiöser Unterweisung vorhanden sei, müsse man darnach trachten, dasselbe zu befriedigen. Für unsere Frauen und Kinder, die nicht mehr der hebräischen Sprache mächtig sind, seien synagogale Einrichtungen notwendig, die für dieselben eine Teilnahme am Gottesdienst ermöglichen. Was nun die Aufgaben anbelauge, die in nächster Zeit der Erledigung harren, so stehe die Rabbinerwahl im Vordergrund des Interesses. Die Wiedervereinigung der Reformgemeinde mit der Hauptgemeinde sei eine zweite schon in nächster Zeit zu erledigende Frage. Die Gemeinde niüsse Raum für alle religiöse Richtungen haben, und darum hoffe er, daß sie auch der Reforni ihr Recht werde angedeihen lassen. — Das jüdisch-theologische Seminar in Breslau hat, wie alljährlich, so auch diesmal den Geburtstag seines Stifters, den 27. Januar festlich begangen. Der Jahresbericht enthält als Beilage eine sehr gründliche Arbeit, die Geschichte der Juden in Schlesien von Dr. M. Braun, sodann Nachrichten aus dem Seminar, wie über die Wahl und Einführung des Herrn Tr. San! Horovitz. Das Seminar zählt gegenwärtig 35 Hörer. Der Lehmannsche Preis, der das erste mal keinen Bewerber gefunden hatte, konnte diesmal nur zur Hälfte an den cand. theol. Tieberger verliehen werden. Die Preisaufgabe des abgelaufenen Jahres hat keinen Bearbeiter gefunden. Die von Herrn Professor Kaufmann begründete Rosin-Stiftung hat ihr Statut erhalten und ist ebenfalls zur Belohnung preiswerter Arbeiten bestimmt. — Der König von Sachsen hat Herrn Siegsr. Hepner, Pächter der Kgl. sächs. Domäne Guttentag in Obcrschlesien, unter besonderer Anerkennung seiner landwirtschaftlichen Tüchtigkeit und der vorzüglichen Bewirtschaftung der Domäne den Charakter als Oberamtmaun verliehen. — Herr Dr. M. Lcwin, ist zum Rabbiner in Grodno gewählt worden. — Der Verband deutscher Kriegs-Veteranen zu Leipzig hat den Commerzienrat und Vorstand der israelitischen Gemeinde in Gießen, Herr S. Heichelheim wegen seiner hochherzigen Gabe von Mk. 20,000 an die Veteranen der Stadt zu seinem Ehrenmitgliede ernannt. — Herr Michael Hamburger in Frankfurt a. M. wohnhaft, hat seiner Vaterstadt Karlsruhe ein Kapital von 25000 Mk. zu einer Stiftung zugewendet, mit der Bestimniung, daß die Zinsen zur Beschaffung von Lehrniitteln für Schüler der dortigen Volksschulen ohne Unterschied der Konfession verwendet werden sollen. — Von dem Leben des als Kaufmann und Gelehrten berühmten Hoffaetors Samson Wertheiiner entwarf Herr Dr. H. Traut im „Verein für

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