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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-04-01 · Heft 4 (1.4.1896) · p. Seite 86

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 4 (1.4.1896)
Date
1896-04-01
Page
Seite 86 (sequence 14)
Language
German
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86 in der Kaiserstr. Synagoge ' 17,500 Mk. in der Lindenstr. Synagoge 35,500 Mk. Sie ersehen aus dieser Zusamenstellung, daß die Lindenstraßen Synagoge die höchste Mietseinnahme für Stände aufweist. Es ist hierbei zu berücksichtigen, daß ein Teil der Plätze in der neuen und in der alten Synagoge fest verkauft ist und bereits seit langer Zeit sich in festen Händen befindet, wodurch sich die geringe Mietseinnahme im Gegensatz zu der Lindenstraßen Synagoge erklärt, in welcher die Plätze überhaupt nicht fest für ewige Zeiten verkauft sind. Der Ertrag für vermietete Plätze erreicht bei der neuen Synagoge nicht einmal den Zinsbetrag für die auf derselben ruhende Ainortisations-Hypotck von 750,000 Mk. Für die Synagogen werden jährlich verausgabt: für die alte Synagoge 25,168 Mk., für die Kaiserstraßen-Synagoge 22,640 Mk., für die neue Synagoge 43,319 Mk., für die Lindenstraßen-Synagoge 38,120 Mk., und zwar für Besoldung des Synagogenchors, der Organisten, Schamosim u. s. w., für Gas, Wasserleitung, Reinigung, Reparaturen, zu denen noch die jährlichen Ausbesserungen aller Arten an den Gebäuden und für Torahrollen hinzukommen. Sobald ein neues Gotteshaus errichtet werden soll, kann man anuehmen, daß ein solches in der Größe der neuen Synagoge, in nicht zu teuerer Gegend belegen, mehr als 500,000 Mk. kosten wird, wobei die Gemeinde aus demselben höchstens eine Einnahme von circa 20,000 Mk. beziehen dürfte und die Ausgaben sich auf circa 40—50,000 Mk stellen würden. Welch große Lasten unserer Gemeinde dadurch aufgebürdet werden würden, wenn 4 neue Synagogen und ein neues Gotteshaus für die Reformgemeinde gebaut werden sollten, ist demnach leicht zu berechnen. Denn außer den Zinsen für die Kosten des Grund und Bodens und der aufzuführenden Bauten kominen noch die großen Verwaltungskosten und Reparaturen hinzu und es würde der Besuch der Gotteshäuser an gewöhnlichen Sabbathen ebenso viel zu wünschen übrig lassen, wie dies bisher schon der Fall ist. Bei den vielen christlichen Kirchen, die in neuerer Zeit entstanden sind, ist zu beriicksichtigen, daß die Kopfzahl der christlichen Gemeindemitglieder in den einzelnen Parochien oder Kirchensprengeln trotzdem noch verhältnißinäßig bedeutend größer ist, als bei den Mitgliedern der einzelnen jüdischen Syllagogengemeinden, die bereits existieren. In den Synagogenfragen wird trotzdem noch immer auf die christlichen Kirchen exemplificiert und dabei boraitf hingewiesen, daß deren Bau viel billiger sei! — Hierbei wird aber vergessen, daß .

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