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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-03-01 · Heft 3 (1.3.1896) · p. Seite 71

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 3 (1.3.1896)
Date
1896-03-01
Page
Seite 71 (sequence 23)
Language
German
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71 des Keeskemeter Rabbiners S. H. Fischmann und ein Enkel des sel. Großwardeiner Rabbiners I. D. Wahrmann. Er ist im Jahre 1867 geboren, und widmete sich anfangs der juridischen Laufbahn. .Unterdeß beschäftigte er sich mit der Zeichnung von Carricaturen, bis er sich gänzlich der Kunst widmete. Er ging nach Weimar, später nach Paris, wo er bei Julian studierte, um schließlich im Jahre 1894 der Schüler Benczurs zu werden. Im selben Jahre beschickte er die Künstlerausstellung in Budapest mit den Bildern „Großvater", „Das in Unrechte Hände geratene Modeblatt", „Sonntag-Nachmittag". — Herr Generalmusikdirektor Lrvy in München ist nach längerer Krankheit und andauerndem Fernsein wieder daselbst eingetroffen, hat sich zur Freude seiner Verehrer wesentlich erholt und dürste in Kürze seinem künstlerischen Berns wiedergegeben sein. — Fräulein Ilona Eibeuschiitz, derzeit bereits eine allerwärts geschätzte Pianistin, stellte sich den Wienern wieder in einem Concert vor. Ihre Vorzüge: brillante, schier unfehlbare Technik, Temperament, Schwung und eine fast männliche Kraft, scheinen sich noch gesteigert zu haben. — Am Olmiitzer Stadttheater sang der Baritonist S. Szengery den Asthon in „Lucia", die Titelpartie im „Fliegenden Holländer" und den Wolfram im „Tannhänser" unter ungeteiltem Beifall seitens des Publikums. Die Presse rühmt neben der klangschönen, umfangreichen Stimme auch die lebendige, formgetreue dramatische Darstellung des Künstlers. — Während der Vorstellung der hebräischen Oper im Froutstreet-Theater in Baltimore entstand infolge falschen Feuerlärms eine Panik; alles stürzte zu den Ausgängen. 24 Personell lvurdcn im Gedränge getötet, 40 schwer verletzt. — In Frankfurt a. M. starb Herr Adolph Auerbach, der früher als Heldentenor dem Wiesbadener Theater angehörte. Daselbst war er der erste Rienzi wie in Frankfurt der erste Loheugrin. — In Düsseldorf wurde eine Komposition des Oberkantors der jüdischen Gemeinde, H. Zivi, mit großem Beifall aufgeführt. Das Werk, der 100. Psalm, für vierstiminig gemischten Chor, Orgel und Orchester, machte einen sehr sympathischen Eindruck, weil der Kompviiist im Aufbau des Werkes in vokaler wie orchestraler Beziehung von der ersten bis zur letzten Note zu interessieren versteht. — Der Musikdirektor Goldschmidt vom Königsgrenadierregiment Nr. 7 in Liegnitz ist auf speziellen Befehl des Kaisers zur Teilnahme an der Feier des 18. Januar nach Berlin berufen worden. Herr Goldschmidt war insofern bei der Kaiserproklamation in Versailles thätig, als ihm die Leitung der Gesänge und der Musik oblag. — Über eine jüngst in Wie» stattgehabte Begegnung des jugendlichen Violinvirtuosen Brouislaw Huber- »lan» und Johannes Brahms berichtet man: Der berühmte Komponist wohnte in der Direktionslvge dem Konzert bei, das Hubermann im großen Musikvereinssaale gab, und war Zeuge der Triumphe, welche dem jungeil Interpreten, der auch das schwierige Violin-Konzert von Brahms spielte, zu teil wurden.

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