Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1896)
- Date
- 1896-03-01
- Page
- Seite 72 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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72 Nachdem Brahms wiederholt lebhaft applaudiert hatte, begab er sich in das Künstlerzimmer und trat mit den Worten: „Potztausend, wie schön haben Sie mein Violin-Konzert gespielt!" auf den kleinen Geiger zu, mit dem er sich — umgeben von den Mitgliedern der Hofopern-Kapelle — solange unterhielt, bis das Konzert wieder seinen Fortgang nehmen mußte. Für den nächsten Tag beschied der Meister den jungen Virtuosen zu sich. Den kommenden Morgen stand dieser klopfenden Herzens dem großen Tondichter gegenüber und reichte im ein Autographen-Album, in welches Brahms die Anfangstakte seines Violin-Konzerts und darunter folgende Widmung einzeichnete: „Dem genialen Violin-Virtuosen Bronislaw Hubermann zur Erinnerung an seinen vergnügten und dankbaren Zuhörer Johannes Brahms." Der kleine Bronislaw sagte dem Meister, daß ihm dessen Violin-Konzert neben dem Beethoven'schen das liebste sei, und bat, Brahms möge doch auch eine Phantasie für die Geige komponieren. „Die Phantasie" meinte scherzend der Meister — „ist mir schon lange entschwunden, aber vielleicht gelingt es mir doch, sie noch einmal festzuhalten, und dann werde ich eine Phantasie für Sie schreiben." — Die „New-Iork Times" vom 17. Januar schreibt in ihrem Berichte über die Aufführung der „Walküre" im städtischen Opernhause zu New-Iork: „Fräulein Olitzki war die einzige Darstellerin, welche ungeteiltes Lob verdient. Ihre reine umfangreiche Altstimme eignet sie besonders für die Rolle der „Fricka", welche sie mit großem dramatischen Effekt darzustellen weiß." Die Sängerin ist bekanntlich die Tochter des vor einem Jahre verstorbenen Kantors Olitzki in Berlin. — Man berichtet: Im Wiener Hofoperntheater ist die kommende Premiere Goldmarks „Heimchen am Herde", Text von Willner. Das Werk wird auch in ungarischer Sprache für die Budapester Oper vorbereitet. I n h al t: „Die Snlamith", ein Beitrag zur Geschichte der jüdischen Journalistik und zur Biographie des herzoglich anhaltischen Schuldirektors Dr. David Frankel in Dessau. Bon L. Horwitz, Dessau. — Sind wir noch Juden? Bon Dr. B. Felsenthal. — Flüchtiger Überblick über die Verwaltung und in die Finanzlage der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Vortrag gehalten von Julius Jsaac am 31. Oktober 1895. — Über den Kampf um's Dasein tut Bezug auf die Juden. — Monatsschan. — Theater, Musik und bildende Kunst. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner vr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.