Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1896)
- Date
- 1896-03-01
- Page
- Seite 70 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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70 Theater, Musik und bildende Kunst. Zur Erinnerung an den verstorbenen Frankfurter Schriftsteller Herrn Dr. Ferdinand Neubürger wird deninächst im Schauspielhause in Frankfurt a. M. ein poetischer Einakter „Der kleine Kadi", der sich in dessen Nachlasse gefunden hat, zur ersten Aufführung gelangen. — In Bonn starb im 64. Lebensjahre die Baronin von Korff, die zweite Tochter des Komponisten Meyerbeer. Ihr Gemahl, Generalmajor z. D. Freiherr von Korff, befindet sich zur Zeit auf einer größeren Weltreise. — Der ungarische Dichter Edmund Zalan Endrey hat mit seiner fünfaktigen Tragödie „Königin Helene" den Koczan-Preis der ungarischen Akademie errungen. Endrey ist der Sohn ein sehr armen Altofner jüdischen Familie. Der errungene Erfolg wird für den jungen Dichter, der gegenwärtig der Egry'schen Theatergesellschaft Er-Mihalyfalva angehört, hoffentlich ausschlaggebend sein. — Herr Willi Deutsch, einer der besten und bekanntesten Pianisten, ist jüngst in Budapest gestorben. — Der bekannte Schriftsteller und Librettist Dr. Gnido Menasci ist aus Livorno in Wien eingetroffen. Derselbe hat bekanntlich erst jüngst dem Compositeur Brüll das Libretto zu der Oper „Gloria" geliefert, welche demnächst in Hamburg zur ersten Aufführung gelangt. Derzeit arbeitet Dr. Menasci an einem neuen Libretto. — Unter den plastischen Arbeiten, welche gegenwärtig im Künstlerhause zu Wien ausgestellt sind, befindet sich auch eine Büste, welche der junge Bildhauer Heinrich Bachrich von seinem Vater, dem bekannten Musiker Professor Sigmund Bachrich, angefertigt hat. Der charakteristische Künstlerkopf Bachrichs ist niit frappanter Ähnlichkeit wiedergegeben und auch die technische Ausführung findet das Lob der Kenner. — Eine Anzahl hervorragender Persönlichkeiten in Wien, Berlin, Paris, London, Mailand und anderen Großstädten hat vor Kurzem folgenden Aufruf erlassen: „Da die Verhältnisse der heutigen Bühnen eine Darstellung der „Gäa" von Adalbert v. Goldschmidt nicht erlauben, haben wir uns verbunden, um ihr durch ein besonderes Unternehmen zu dienen. Das gewaltige Werk, das die Mittel aller Künste zu einer neuen vereinigend, das ewig Menschliche so mächtig gestaltet, soll durch eine eigene, nur künstlerischen Trieben allein gehorsame Gesellschaft aufgeführt werden. Wir fordern alle Frcnnde der großen Kunst auf, unseren Plan nach Kräften zu fördern." Infolge dieses Aufrufes hat sich in Wien ein Counts gebildet, das aus den Herren Grafen R. Kinsky, Hofrat Ritter v. Herz, E. van Dyck, Joseph Lewinsky, Professor Tilgner und Dr. E. Frischauer besteht und sich zur Aufgabe macht, internationale Aufführungen der „Gäa" durch eine besondere Gesellschaft in allen großen Städten Europas vorzubereiten. — Der große Preis des ungarischen Künstlervereins wurde diesmal dem akadeinischen Maler Herrn Adolf Föuyes, für sein Bild „Tratsch", zuerkannt. Adolf Fsnyes ist der Sohn