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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1896-03-01 · Heft 3 (1.3.1896) · p. Seite 65

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 3 (1.3.1896)
Date
1896-03-01
Page
Seite 65 (sequence 17)
Language
German
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65 benen Dozenten Herrn Dr. Joel Müller veranstaltete der „Akademische Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" in Berlin, dessen Ehrenmitglied der Verstorbene war, am 7. Januar eine Gedächtnisfeier. Herr Dr. Schreiner, Dozent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, hielt die Gedächtnisrede. Auch in Ung. Ostrau fand eine Gedächtnisfeier statt, bei der Herr Rabbiner Dr. Lenke die Rede hielt. — Der Gemeinderat zu Metz hat in einer Sitzung 5000 Mk. als Beisteyer zur Anschaffung einer Orgel in der Synagoge daselbst einstimmig bewilligt. — Auf Veranlassung des Gemeiudebundes hat sich in Berlin ein deutsch-israelitischer Lehrerbund konstituiert. — Am 27. Januar beging Herr Rabbiner Dr. A. Lewin in Freiburg sein 25jähriges Amtsjnbilüum. — In Leipzig wurde eine jüdische Speiseanstalt eröffnet. — In Parchim beging der frühere Tierarzt Herr M. Cohn am 4. Februar seinen 90. Geburtstag. Der Vorstand der dortigen jüdischen Gemeinde holte ihn zum Festgottesdienste in der Synagoge ab, woselbst er seinen Platz mit Blumen geschmückt vorfand. Herr Landesrabbiner Dr. Feilchenfeld aus Schwerin hielt die Festpredigt und segnete den Jubilar zum Schluß. — In der Synagoge zu St. Ingbert in der Pfalz brach ein Feuer aus, welches das Innere vollständig zerstörte. — In Weener wurde am 15. Januar der neu angelegte jüdische Friedhof eingeweiht. — Der in Heidelberg verstorbene Gutsbesitzer Herr Joses Wolffsohn hat in seinem Testament der Stadtgemeinde Breslau ein Legat von 140000 Mark mit der Bestimmung vermacht, daß die Zinsen dieses Kapitals alljährlich an seinem Todestage an Personen ohne Unterschied des Glaubens verteilt werden sollen. —Die Synagozengemeinde in Erfurt feierte anläßlich des siebzigsten Geburtstages ihres Vorsitzenden, Herrn Jsaac Lamm, zugleich das Jubiläum seiner sechsuuddreißigjährigen Amtsthätigkeit in der Gemeindeverwaltung. — Das „Israelitische Heimathaus" in Berlin ist eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben worden. Die Weiherede hielt Herr Dr. Ungerleider, außerdem hielten Herr Stadtrat Nürnberg und der Begründer der Anstalt, Herr Hermann Abraham, Ansprachen. — Der im Duell mit dem Rittergutsbesitzer Ritter aus Gregau schwer verwundete Assessor Wöllstein aus Nakel ist in Berlin gestorben. — Ein Duell mit antisemitischem Hintergründe fand auch in Brüssel zwischen dem Schriftsteller Ossip Lonrie und dem Journalisten Pjebossoni und in Brünn zwischen dem Dragoner - Oberlicutnant Joses Freiherr» Suiui della Pieve d'Albiguola und dem Maschinen-Jngenieur Reserve-Lieutnant Eduard Lustig, Obmann - Stellvertreter des deutschen Turnvereins, statt, bei dem elfterer an beiden Händen schwer verletzt wurde. — Am 11. Februar beging Herr Rabbiner Leopold Eisler in Eiwanowitz seinen 70. Geburtstag. Der bescheidene Gelehrte hat im Laufe der Jahre außer seinem vierteiligen Werke: „Beiträge zur rabbinischen Sprach- und Altertumskunde" auch noch eine große Zahl von Aufsätzen, teils kritisch-philologischen, teils litterar-historischen Inhalts,

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